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Samstag, 11. September 2010

Wo wir waren

Es gibt uns noch!
Wir waren lange nicht online, das war ja nicht zu übersehen. Aber ein Leben im real life, wie man es so schön zu den Anfangszeiten von Internet und Chats nannte, ist auch nicht schlecht.

Und was es für ein Kind namens Murkeline so alles im real life zu erleben gibt:

Tiere auf dem Land ...:



... und in der Stadt:



Geburtstagsfeiern:



Das Meer:



... und die Kunst:

Picasso-Ausstellung, in die man auch mit quirligen Kleinkindern gehen kann

Mittwoch, 10. März 2010

Beim Wunderheiler

Vier Experten, vier Meinungen.
Seit Anfang Januar versuche ich, Murkeline (und mir) das Leben etwas leichter zu machen, ihre KISS-Symptome, vor allem aber ihre Unruhe, ihre ständige Anspannung, in den Griff zu bekommen. Da braucht es einen langen Atem - und das nicht nur wegen der langen Wartezeiten auf Termine.

Physiotherapeutin 1 (traditionelle Physiotherapie, Ostheopathie, manuelle Therapie):
Dieses Kind ist ja extrem unruhig.
Ein typisches KISS-Kind!
Sie hätten schon vor Monaten kommen sollen.
Das Kind hat eine leichte Hüftfehlstellung und eine Rotationsstörung des Kopfes.


Arzt 1 (Pädiater, schulmedizinisch):
Das Kind ist sehr mobil und fordert sie sicher sehr.
Das Kind ist gesund. Ich sehe keine Assymetrie.
Das verwächst sich alles.
Manuelle Therapie und KISS-Syndrom sind Modeerscheinungen, mit denen die Physiotherapeuten nur Geld verdienen wollen.
Ich kann es nicht verantworten, Ihrem Kind Physiotherapie zu verordnen.


Physiotherapeutin 2 (traditionelle Physiotherapie, Feldenkrais):
Das Kind hat eine stark verminderte Körperwahrnehmung.
Es hat hervorragende Bewegungsabläufe.
In den ersten Lebensmonaten hätte man vielleicht etwas machen können und damit mehr Ruhe schaffen können, jetzt muss man einfach abwarten, ob sie es alleine schafft.


Arzt 2 (Orthopäde, Manualtherapeut):
Das Kind ist sehr unruhig.
Sie haben eine geradezu artistische Gewandtheit entwickelt, um mit ihm umzugehen.
Typische KISS-Symptomatik.
Das Kind hat einen erhöhten Muskeltonus.
Die Hüfte ist in Ordnung, es besteht eine Rotationsstörung des Kopfes.


Die Formulierung mit der artistischen Gewandtheit hat mir am besten gefallen ;-) Das Handling eines Wuselbabys ist gar nicht so einfach - Murkeline hat schon so manche Leute an ihre Grenzen gebracht.

Gestern nun hat Murkeline ihre erste (und hoffentlich auch einzige) Atlastherapie hinter sich gebracht. Therapie klingt nach etwas Langwierigem, tatsächlich handelt es sich um einen kurzen Impuls im Halswirbelbereich, der gezielt eingesetzt wird, um Wahrnehmungsmuster zu durchbrechen. Bestenfalls wird dadurch eine Heilung in Gang gesetzt in Bezug auf die Orientierung des Körpers im Raum, auf Muskelspannung und -haltung, auf Grob- und Feinmotorik.

Spannend ist das schon, was ein gezielter Impuls (von außen betrachtet kaum mehr als ein Handauflegen) so anrichten kann. Nun warten wir auf die Wunderheilung des Wuselbabys - Nachkontrolle ist in drei Monaten.

Donnerstag, 25. Februar 2010

Neue Freiheiten

Eins zwei drei im Sauseschritt ... entwickelt sich das Kindlein. Seit Anfang der Woche übt sie das freie Stehen, immer mal ein paar Sekunden, aber immerhin. Wieder ein Schritt mehr in die Unabhängigkeit.
Und sie kann jetzt allein aus der Tasse trinken, so einer Art Kinderschnabeltasse, und das lässt sie sich dann auch nicht nehmen: "Selber machen!", bekomme ich zu hören, wenn ich ihr die Tasse aus der Hand nehmen will (auf Murkelinisch heißt das: "Aaaaaaaaaaaaa aah aaaaaaaaaaaaa").
Da sie ja nie ein Flaschenkind war, wollte ich sie eigentlich gleich ans Trinken aus einem richtigen Becher gewöhnen, aber dann war irgendwie doch eine Zwischenstufe nötig. Der erste Versuch war eine Trinklernflasche - Geburtsgeschenk - ein normales Fläschchen, an das man Henkel schrauben kann. Keine Begeisterung.
Also hab ich nach langem Studium der diversen Angebote eine Tasse mit so einem Silikonschnabel angeschafft. Praktisch unterwegs, weil auslaufsicher und mit Extradeckel, aber beim Trinken ist die Ausbeute relativ gering (das Wasser muss durch eine Membran durchgesaugt werden) und Murkeline kommt nicht damit zurecht, das Teil selbst zu halten und zu trinken.
Den Erfolg brachte, wie meist, der Zufall. Ich wollte nicht noch ein Utensil anschaffen, also hab ich den in der Ersatzteillieferung enthaltenen Trinkschnabel versuchsweise auf die Snack-Trap geschraubt, und siehe da: die perfekte Tasse. Und da jetzt Frühling wird, macht es ja auch nichts, dass Murkeline vor lauter Begeisterung immer mal mit der Tasse energische weitausladende Bewegungen vollführt, bei denen Tisch, Murkeline, Fußboden und meine Füße fein gewässert werden.

Mittwoch, 17. Februar 2010

Zurück aus dem Off

Eigentlich hat man ja keine Termine in der Elternzeit - und ist trotzdem ständig beschäftigt. Wie beschrieb der bloggende Vater seine plötzliche Erkenntnis so schön: "Die Elternzeit IST der Termin." So isses. Man macht rein gar nix den ganzen Tag - und ist doch die ganze Zeit auf Achse und am Abend fix und alle. Obwohl ich, als Abendmensch, eher am Vormittag durchhänge, und abends dann noch mal ein bisschen aufwache.
Die Zeit verfliegt: Kind windeln, Kind anziehen, Kind füttern, Kind windeln, Kind beaufsichtigen, Kind windeln, Kind füttern, Kind bespaßen, Kind windeln, Kind füttern ...
Murkeline ist gerade in der anhänglichen Phase: Sie will immer bei mir sein. Und immer heißt: IMMER! Bei manchen Verrichtungen des täglichen Lebens ist das ganz schön anstrengend, ich sach nur: Toilette. Duschen. Haare waschen. Mit kochendem Wasser hantieren. Wischen. Schiebeschranktüren aufmachen. Katzenklo saubermachen ... Aber das ist ja alles so in zwei Jahren dann vorbei ;-)

Aber natürlich ist diese Phase, in denen die Kleinen sich die Welt erobern, nicht nur anstrengend, sondern vor allem wunderschön. Jeden Tag entdeckt Murkeline etwas Neues, wundert sich, freut sich, ist neugierig, lacht lauthals über ihre Entdeckungen und über Dinge, die sie mag. Herzallerliebst auch, wenn sie meckert, weil ich ihr etwas nicht recht mache (aus dem Zimmer gehen, ihr ein "Spielzeug", das ich nicht als Spielzueg klassifiziere, wegnehme). Lieblingsspielzeuge zurzeit: Küchenschüsseln, Geschenkpapier, Geschenkband, Wäscheklammern, der hässliche Clown, Bücher, Zeitungen, Kataloge, Fernbedienung, Telefon, Mamas Socken und natürlich sämtliche Kabel. Und Frau Katze, wenn die nicht immer fliehen würde vor dem kleinen Wirbelwind.
Und am interessantesten sind immer die verbotenen Früchte:


Was haben wir sonst noch erlebt in den letzten Wochen? Ich war mal wieder krank, eine fette Bronchitits mit Angina im Doppelpack - etwas, das man sich als Alleinerziehende lieber sparen sollte. Ein paar Tage war ich so ziemlich handlungsunfähig, bis die Antibiotika (oder die Kräutertees oder die Zeit) endlich halfen. Murkeline wurde irgendwie notdürftig versorgt von Freunden und einer Familienpflegerin - die ich mir allerdings auch erst dann heranorganisieren konnte, als ich wieder bei Stimme war. Vorher ging nicht mal flüsterndes Telefonieren. Wieder etwas gelernt: Notfallpläne für solche Fälle müssen parat sein, also eine schriftliche Auflistung, wie man Hilfe ranorganisiert und wie Murkeline zu versorgen ist.

Und trotz alledem treibt mich immer noch der Wunsch nach einem Geschwisterchen für Murkeline um.

Montag, 11. Januar 2010

Ständig unter Strom

Manchmal wünscht man sich als Alleinerziehender ein phlegmatisches Kind ... Meins ist das Gegenteil: wach, neugierig, mobil, und das den ganzen Tag lang.
Heute hat Murkeline den zweiten Mittagsschlaf ihres Lebens gehalten. Fast 40 Minuten hatte ich plötzlich Tagesfreizeit. Und mir fielen sehr viele Dinge ein, die ich in dieser Zeit hätte erledigen können / sollen, Dinge, die sich mit einem mobilen Kleinkind am Hosenbein schlecht erledigen lassen: Küche wischen, Weihnachtsbaum abschmücken, Steuererklärung machen ... Oder mal wieder bloggen ... Nichts davon habe ich getan, sondern mich mit meiner großen Teetasse auf die Couch gelümmelt und vor mich hin geschaut, die Stille genossen, abgeschaltet.
Ein Kind, das tagsüber gar nicht und nachts wenig schläft, fordert viel Kraft. Im Dezember war es besonders anstrengend: wir waren beide krank, erst nacheinander, dann gleichzeitig. Und wenn's einem mies geht, ist es wirklich keine Freude, einen kranken Säugling zu versorgen, der ständig lautstark kundtut, dass es ihm auch mies geht. Aber inzwischen ist das zum Glück Schnee vom vergangenen Jahr, und der Schnee von diesem Jahr, der weiße da draußen, ist viel schöner. Obwohl sich der Kinderwagen kaum durch die Schneeberge schieben lässt und meine verspannte Schulter gerade nix vom Kind tragen hält.
Ansonsten: "Wir" können inzwischen tatsächlich schon gut stehen (und tun das auch immer und überall). Murkeline hat eine elegante Falltechnik entwickelt, so dass es inzwischen nicht mehr so viele Blessuren beim Erkunden der Welt gibt. Diverse Schrammen und blaue Flecken hat sie natürlich trotzdem, nicht zu vermeiden bei diesem Energiebündel, das ständig unter Strom zu stehen scheint. Das Schwierigste ist es, Murkeline abends wieder runterzufahren. Am Freitag lass ich Murkeline mal von einer Physiotherapeutin anschauen: Vielleicht liegt diese Unruhe, das Schreien, das Spucken ja an einer Fehlstellung oder Blockierung. Vielleicht ist sie einfach nur ein unruhiger Mensch. Aber Abklären und Ausschließen organischer Ursachen kann definitiv nicht schaden.

Samstag, 12. Dezember 2009

Dick und dünn

Anfang voriger Woche war Murkeline mal wieder beim Kinder-TÜV. Bestanden. Nur beim Gewicht liegt sie im unteren Normbereich für ihre Größe: 7300 Gramm bei 69 Zentimetern. Aber so aktiv wie sie ist, hat sie gar keine Gelegenheit, Babyspeck anzusetzen. Seit einer Woche ist sie nun auch schon ein aktives Krabbelkind, seit gestern kann sie Türschwellen, und seitdem ist keine Ecke der Wohnung mehr vor ihr sicher. Und die aktiven Hochziehversuche lassen mich ahnen, dass "wir" in ein paar Tagen auch schon stehen können.
Und wer ist nun die Dicke? Ich natürlich, denn nach dem Tagesstress mit lebhaftem Kind muss es abends doch regelmäßig eine Tafel Schokolade sein, vertilgt möglichst spätabends auf der Couch, damit's besser ansetzt. Also bleibt der Schwangerschaftsspeck noch eine Weile bei mir.
Schließlich soll man ja während des Stillens nicht abnehmen ;-)

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Land der kinderlosen Autofahrer

Die Sachlage schien einfach:
1. Ich brauche für einen Tag einen Kleintransporter.
2. Nicht ohne meine Tochter.

Geht aber nicht.

Es gibt in Deutschland keine Kleintransporter, bei denen man ein Kind mitnehmen kann. Alle Autos haben serienmäßig ein Beifahrerairbag, das sich nicht ausschalten lässt. Jedenfalls lautet so das Ergebnis stundenlanger Recherchen bei diversen Autovermietungen.

Heißt also: Stillende Mütter sollen keine großen Autos fahren, keine sperrigen Gegenstände transportieren oder gar umziehen wollen. Da sieht es mal wieder schlecht aus mit der Alltagsorganisation Alleinerziehender.

Und selbst wenn ich einen Mann an meiner Seite hätte - wenn der nun ein selbstständiger Handwerker mit einem Kleintransporter wäre?? Dann müsste ich mir ein zusätzliches Frauenauto anschaffen, nur wegen des Kindes? Oder am Besten doch mit dem Kind zu Hause bleiben, während Papa durch die Welt fährt?

Habe den Autovermietungen vorgeschlagen, doch einen 24-Stunden-Babysitterdienst anzubieten, dann würde ich das Auto mit Airbag doch nehmen. Fanden sie lustig.

Und wie kommen nun Bett, Sofa und Regal von A nach B?

Montag, 2. November 2009

Umgezogen


... ins große Bett ist Murkeline vorige Woche. Die Wiege wurde eindeutig zu klein, vor allem für ein Kind mit einem solchen Bewegungsdrang wie Murkeline. Jetzt kann sie sich nachts auf einem Areal von 140 x 70 cm austoben, das gefällt ihr gut.

Und was sie alles gelernt hat in den letzten Wochen:
sich aufsetzen (bald wird sie sitzen), den Vierfüßerstand (bald wird sie krabbeln) und Geschmacksvorlieben entwickeln (Karotte, Kartoffel und Zucchini schmecken, einzeln und in Kombination; Pastinake und Grießbrei schmecken nicht).
Ess ich eben die Reste, als Kind hab ich schließlich auch gemäkelt (und musste aufessen). Da lass ich Murkeline mehr Freiheit.

Dienstag, 20. Oktober 2009

Ein Tag im Leben der Murkeline

4.00 Uhr:
Ausgeschlafen! Hmm, hab ich Hunger. Hunger. Hunger! Hej, Mama, hörste nicht? Ich würd schon gern jetzt mal was trinken. - Ah, da bist du ja. - Hej, ich hab Hunger, hab ich gesagt. Wo gehst du hin? - Na endlich. - Hmm....

4.30 Uhr:
Satt und müde. Na gut, schlaf ich eben noch 'ne Runde, wenn du nicht mit mir redest.

7.30 Uhr:
Ich glaub, ich hab schon wieder Hunger. Hallo? Haalooo! Haaaaaaaaaalooooooo! - Na, wird ja Zeit ... Hmmm.

8.00 Uhr:
Na endlich werd ich aus diesem Schlafsack rausgepult. Strampelt sich viel besser. Oh, alles aus, noch besser! Die neue Windel ist ja ganz leicht.
Was gibt's denn heute Interessantes zu gucken? Ok, die Flugzeuge hängen noch. Und da ist die Sechsfüßer-Raupe ... mit der hab ich viel zu erzählen.

8.30 Uhr:
Wir haben alles schon durchgesprochen. Gut, dass Mama mich jetzt mit in die Küche nimmt. Da klappert sie immer fein.
Jetzt klappert sie nicht mehr ... Das ist immer, wenn sie dieses braune Zeug aus der Tasse mit den schicken roten Punkten trinkt. Dann legt sie die Füße hoch und hält sich Papier vors Gesicht. Ist nicht mal bunt, macht aber lustige Geräusche, wenn man drauf haut. Geht von hier aus aber nicht. Echt langweilig. Da döst man doch glatt weg.

9.00 Uhr:
Muss der Raupe erzählen, was in der Küche los war. Und mich um meine Schlüssel kümmern. Krieg ich gar nicht in den Mund, wenn der Schnuller drin ist. Spuck ich ihn eben aus. - Haaallo, mein Schnuller ist weg! Will ich wieder haben! Sofort! Schnuller! Haaallo! - Na endlich. - Pfft, das mit dem Ausspucken war aber lustig. Mach ich gleich noch mal. - Haaallo, mein Schnuller ist weg! Will ich wieder haben! Sofort! Schnuller! Haaallo! - Na endlich. - Pfft, das mit dem Ausspucken war aber lustig. Mach ich gleich noch mal. - Haaallo, mein Schnuller ist weg! Will ich wieder haben! Sofort! Schnuller! Haaallo! - Na endlich.
...
Bin ein bisschen müde. Schlafen wär aber echt doof. Könnt ja was essen. Mal Mama rufen, schön laut, damit sie's auch hört.

11.15 Uhr:
Jetzt krieg ich noch was angezogen. So kalt war's doch gar nicht. Oh, wir gehen wieder in die Küche, fein. Aha, orange Pampe. Kenn ich. Gar nicht so übel. Ich glaub, das nennt man Fingermalfarbe. Gleich mal ausprobieren.

11.30 Uhr:
Aber was Richtiges zu trinken hinterher wär schon nicht schlecht!

11.45 Uhr:
Hmm. Satt und müde.

12.00 Uhr:
Bin schon wieder wach! Wieso werd ich da gleich wieder halb ausgezogen?

12.05 Uhr:
Ich schau noch mal nach meinem Schlüsselbund. Hurra, da ist er! Aber kein Schnuller da. Nehm ich eben den Daumen. Klappt immer, da bringt Mama sofort einen Schnuller.

12.30 Uhr:
Mit den Schlüsseln ist alles in Ordnung. Hab mich mal auf die Seite gedreht und schau nach dem Clown. Der ist in einer Tasche versteckt. Mal sehn, ob ich ihn da befreien kann. Schwierig, schwierig.

13.00 Uhr:
Also wenn man als Erwachsener keine Selbstgespräche mehr führen soll, dann mag ich gar nicht groß werden. Wenn ich Selbstgespräche führe, freuen sich immer alle. Gibt ja auch immer was zu erzählen.

13.30 Uhr:
Naja, mit Mama erzählen ist auch nicht schlecht. Ist auch schön, wenn wir uns mal gemeinsam um das Schlüsselbund kümmern. Kann ich ja nicht immer alleine machen. Bringt mich manchmal glatt zum Weinen, wenn ich mich ganz allein um die vielen Schlüssel sorgen muss.

15.00 Uhr:
Endlich wieder was zu trinken.

15.30 Uhr:
Was denn nun, ausziehen oder anziehen? Dieses Hin und Her immer. Hej, mir ist zu warm!

15.35 Uhr:
Och, das ist ja beruhigend. Kann man schön vor sich hin träumen ... Und meine Hände sehen ganz anders aus. Die Finger sind weg? Ich seh sie jedenfalls nicht. Muss ich mal drüber nachdenken.

18.00 Uhr:
Och nöö, die Spielwiese ist langweilig. Alles ist langweilig und doof. Na gut, eine Runde durch die Wohnung ist ok. Obwohl, eigentlich auch langweilig.

18.30 Uhr:
Alles doof!

18.35 Uhr:
Alles so was von doof!

18.40 Uhr:
Na, ein Lichtblick, es gibt was zu trinken.

19.00 Uhr:
Oh, ich glaub, hier war ich schon mal. Mal schauen, ja, der Elefant ist da. Und diese komische Metall-Musik hab ich auch schon gehört. Her mit dem Schnuller, dann kann ich in Ruhe noch mal schauen, was denn nun mit meinen Händen und Fingern los ist. Das braucht Konzentration. Und Licht brauch ich dazu, wenigstens ein bisschen!
...
Die Hände werden schwer ...


Das war ein ruhiger Tag. Für die unruhigen immer mal ein Schreistündchen einfügen und den Abendpart verlängern (mit eingeschobenem Schreisegment).

Montag, 12. Oktober 2009

Schübe und Sprünge

Diese Entwicklungssprünge sind doch immer wieder faszinierend. Von einem Tag auf den anderen kann das Kindchen plötzlich etwas.



Bei Murkeline ist das gerade:
zielgerichtet greifen und festhalten und in den Mund stecken (das aktuelle Lieblingsspielzeug ist ein Plastikring mit vier bunten "Schlüsseln", das rasselt wunderbar und gibt anscheinend ein gutes Mundgefühl),
sich zielgerichtet umdrehen (vorher waren es lange Zeit immer nur Zufallsdreher) und die eigenen Füße entdecken.







Und gestern war das Kind das erste Mal baden - nicht das Jugendamt anrufen jetzt wegen Vernachlässigung, geputzt in der heimischen Kinderbadewanne wird sie schon ab und an - im großen Becken im Spaßbad. Sie war eindeutig die jüngste Schwimmerin, schick in der Aquawindel, und sehr interessiert, allerdings auch vorsichtig, was da passiert.

Freitag, 2. Oktober 2009

Mobil


Seit September sind wir endlich ein Velo-Team, Murkeline und ich. Erst gab's eine Probefahrt bei Freunden, dann haben wir uns selbst mit einem blau-gelben Fahrradhänger ausgestattet. Ein Zugewinn an Mobilität, der Bewegungsradius ist doch deutlich größer als beim Kinderwagenschieben. Der Goldene Herbst kann beginnen.

Montag, 21. September 2009

Nichts geht mehr

Wie abhängig man in der Zivilisation ist! In der Wohnung ist gerade Wasser, Strom und Gas abgestellt und die Heizung natürlich auch. Und nichts geht mehr: Tee kochen, Hände waschen, mehrmals die Toilette benutzen, geschweige denn Essen kochen oder Küche wischen.
Besonders schön, wenn's einen kalt erwischt: heute früh halb acht standen drei Knaben im Blaumann vor der Tür, ich starrte sie an, sie mich. Zwar war der Heizungsumbau seit langem geplant, irgendwann im Herbst, aber der tatsächliche Termin sollte zwei Wochen vorher mitgeteilt werden. Aber da ist wohl mal wieder was schief gelaufen, da war kein Zettel im Briefkasten. Und Murkeline, die schon wieder erkältet ist, hat mich die Nacht kaum schlafen lassen, früh um sieben kam sie endlich zur Ruhe und ich hatte mich gerade auf einen Morgenschlaf gefreut. Nichts da. Eine halbe Stunde zum Duschen und Kaffee kochen konnte ich den Jungs noch abhandeln, dann ging die Invasion der Männer mit schwerem Arbeitsgerät los.
Frau Katze weiß gar nicht mehr, wohin sie flüchten soll, überall wird geräumt und gebohrt und gepoltert, und dort, wo gerade nicht geräumt, gebohrt und gepoltert wird, schreit Murkeline, die beim Räumen, Bohren und Poltern nicht zum Schlafen kommt. Halb vier Uhr machen die Jungs Feierabend - und stehen morgen früh halb acht wieder auf der Matte. Und das die ganze Woche lang. Genau das, was man sich wünscht mit krankem Baby im Haus.

Freitag, 18. September 2009

Kinder-TÜV U 4

Kind ist gemessen, gewogen, geimpft und vom Kinderarzt für wohlgeraten beurteilt worden. Hier die Zahlen und Fakten: 64 cm lang und 6,5 kg schwer.
Murkelines neuer Beiname ist Grinsebacke; sie lacht und lacht, dass es nur so eine Freude ist. Neuestes Hobby ist außerdem das Spucken: geschürzte Lippen und Spuckebläschen verteilen. Gut, dass ich reichlich Lätzchen und Halstücher für mein Speikind habe.

Dienstag, 15. September 2009

Allein erziehend

Seit über 100 Tagen bin ich jeden Tag 24 Stunden mit Murkeline zusammen. In den letzten drei Tagen hatte ich zum ersten Mal eine Leihoma im Haus, die das Kind ausgefahren, Mittagessen gekocht und den Abwasch erledigt hat. Kleinigkeiten, die nicht wirklich Mühe machen, die aber, wenn sie einem dann doch mal abgenommen werden, eine riesige Erleichterung sind.

Neue Definition von Luxus:
Eine Stunde Fahradfahren.
Sich an den gedeckten Tisch setzen.
In eine aufgeräumte Küche kommen.
Das Kind nach dem Stillen nicht selbst herumtragen.

Als ich neulich bei einer Freundin mit Kleinkind zu Besuch war, ist mir sehr bewusst geworden, wie wenig diese Luxusmomente wahrgenommen werden. In der Familie kümmert sich die Frau immer um das Kind, der Mann sieht fern, sitzt vorm Computer oder geht zum Fußball, so dass die Frau sich zu Recht als eigentlich alleinerziehend betrachtet. Doch obwohl der Mann seinem Sohn noch nie die Windeln gewechselt hat und sich nicht wirklich kümmert, nimmt er das Kind doch mal hoch, wenn es quängelt, redet und spielt mit ihm. Und wenn das pro Tag nur eine halbe Stunde ist, es ist doch eine Erleichterung, die man wohl erst wahrnimmt, wenn man sie im Alltag überhaupt nicht hat.

Freitag, 11. September 2009

Armes Häschen ist so krank

... dass es nicht mehr hüpfen kann. Murkeline hat ihren ersten Virusinfekt und quält sich mit Husten, Schnupfen und Durchfall. Und mich mit stundenlangem Schreien, und nichts und niemand kann sie beruhigen. Selbst im Schlaf stößt sie noch ein paar Schreie aus. Das wird ein langes Wochenende!

Heute Abend habe ich ihr in der Hoffnung, dass sie endlich mal zur Ruhe kommt, ein Paracetamol-Zäpfchen
gegeben. Schien aber so rein gar nicht gewirkt zu haben, das Kind schrie sich danach in Ekstase, statt schmerzfrei einzuschlummern.

Das war dann also das Ende der Baby-Immunität durchs Stillen. Wenn Murkeline nach mir kommt, werden wir jetzt sehr häufig solche Infekte haben. Bis jetzt habe ich mich zumindest noch nicht angesteckt (*auf Holz klopf), aber auch im gesunden Zustand ist ein krankes Baby was sehr Anstrengendes.

Donnerstag, 27. August 2009

Schreistunde

Hätt ich wohl nicht schreiben sollen, dass Ruhe eingekehrt ist, prompt war's nämlich vorbei mit der Ruhe. Murkeline ist wieder zu ihren regelmäßigen abendlichen Schreistunden zurückgekehrt, zu meinem Leidwesen. Nichts hilft, und Kind und ich sind jedes Mal fix und fertig. Das Kind außerdem heiser und ich halbtaub. Einzig die Katze hat inzwischen eine Art Trance erreicht, in der sie sich vom Babygebrüll nicht mehr in ihrer Ruhe stören lässt.

Dienstag, 25. August 2009

Oje sie wächst

Freunde der Ratgeberliteratur kennen das Werk "Oje ich wachse", und wahrscheinlich teilt sich die Menschheit in zwei sehr gegensätzliche Lager, was dieses Büchlein betrifft. Meine Lieblingsrezension heißt "Oje es regnet".
Murkeline hat jedenfalls gerade den 14.-Woche-Schub (falls es den bisher nicht gab, dann gibt es ihn ab jetzt): tagsüber möglichst aller zwei Stunden an die Brust, abends mörderisches Geschrei ... Ich hoffe, der "Schub" dauert nicht wieder ein paar Wochen an, da rebellieren meine Nerven.
Das sind die kleinen Alltagsmomente, in denen ein Nicht-Single sagen kann, "Sieh du doch mal eine Stunde nach dem Kind", während man selbst die Wohnung fluchtartig verlässt und tiiiief durchatmet.
So muss ich halt durchhalten, ohne kleine Fluchten zwischendurch. Zu sinnvollem Tagwerk komm ich aber nicht dabei, schwebe eher in einer Art Dauertrance durch den Tag in der viel zu heißen, viel zu stickigen Stadt.
Aber immerhin, bei meinen Nachbarn schreit das Besuchsbaby (6 Monate) immer noch, während hier im Nebenzimmer endlich Ruhe eingekehrt ist.

Sonntag, 23. August 2009

Drehrumbum

Und heute hat sich Murkeline zum ersten Mal zurück gedreht, also vom Rücken auf den Bauch - und hat sich selbst so gewundert darüber, dass sie vergessen hat zu meckern, wie sonst immer, wenn ich sie auf den Bauch lege, das mag sie nämlich nicht so wirklich.
Ihre sportliche Leistung hat sie so erschöpft, dass sie heute gleich mal Mittagsschlaf gemacht hat, auch nicht schlecht. Wenn ich die Mütter von Kleinkindern klagen höre, dass ihre Kinder sich den Mittagsschlaf abgewöhnen, dann frag ich mich immer, ob ich versuchen sollte, meinem Kind den Mittagsschlaf anzugewöhnen.
Aber noch bin ich ja in völliger Freiheit und muss nicht zu bestimmten Zeiten arbeiten gehen und fit sein, also lass ich ihr ihren Rhythmus, lass sie schlafen, wann und wie lange sie will, oder eben wach sein, sie schläft tagsüber kaum, nur bei Autofahrten. Ein wirklich regelmäßiger Rhythmus hat sich da noch nicht eingepegelt, muss auch nicht sein, da ich selbst auch eher fürs Unregelmäßige bin und nicht jeden Tag zur gleichen Zeit das Gleiche tun mag.

Freitag, 21. August 2009

Sascha Lobo wär das nicht passiert

Wochenlange Funkstille, das führt die Idee eines Blogs ad absurdum, ich weiß. Aber wenn nun mal das Leben mit Murkeline viel interessanter ist als das Tippen auf der Tastatur?
Murkeline hat sich heute zum ersten Mal vom Bauch auf den Rücken gedreht! Solcherart sind die Höhepunkte des Lebens mit Baby. Und so einfach ist man als eh schon glückliche Mutter glücklich zu machen: Kind hat was Neues gelernt, Kind lächelt - zahnlos, verschmitzt ... mehr braucht es nicht zum Glück.

Montag, 20. Juli 2009

Murkeline an Bord

Am Wochenende war Murkeline erstmals auf Tour (und das, obwohl ich den schicken Hipp-Aufkleber mit "Murkeline an Bord" nicht ans Auto geklebt habe). Sie hing zwar wie ein Schluck Wasser in ihrem Autositz (ich kann diesen Teilen nichts abgewinnen), war aber während der ganzen Fahrt friedlich. Zum Glück, denn wenn mein Kind schreit, dann schreit es laut, sehr laut und sehr penetrant, und bei mir werden sofort Unmengen an Stresshormonen frei gesetzt, so dass ich dann wohl kaum noch besonnen Auto fahren könnte.
Am schwierigsten fand ich den Gepäcktransfer: Lässt man das Kind allein im Auto, eh man sein ganzes Zeug holt und einräumt, oder lässt man das Kind allein in der Wohnung, während man räumt? Beides suboptimal. Eindeutig eine der Schwierigkeiten der Konstellation allein mit Kind. Zumindest, wenn die Wohnung ein paar Treppen hoch ist und das Auto ums Eck steht, weil vor dem Haus eine Baustelle ist.
Genau so schwierig, wie an der Autobahnraststätte auf Toilette zu müssen. Ich hab's mir verkniffen ... Ich wollte weder das Kind im Auto in der Hitze stehen lassen noch den Kinderwagen herausholen, das Kind umbetten und dann versuchen, ob man mit Wagen auf die Toiletten kommt.