Ich warte ja schon seit einiger Zeit darauf und hatte schon fast gehofft, zu negativ von meinem Vermieter zu denken. Aber er tut, was ich von ihm erwartet habe:
Sehr geehrte Mieterinnen und Mieter,
seit längerer Zeit müssen wir feststellen, dass im Hausflur Kinderwagen abgestellt werden.
(Ja, seit drei Wochen ist mein Besuchsbaby im Haus und wird in Murkelines Kinderwagen umherkutschiert.)
Aus versicherungstechnischen Gründen (z.B. Brandfall) ist das Versperren der Fluchtwege verboten.
(Fluchtwege ... sind nicht ausgeschildert. Ob ich mit dem Herrn Vermieter mal über seinen Pflichten sprechen sollte?
Der Flur ist übrigens ca. 10 Meter lang und 2 Meter breit. Da flieht selbst der Riese Timpetu im versicherungstechnischen Brandfall noch locker dran vorbei.)
Wir bitten zukünftig, die Kinderwagen Ihrer Besucher mit in die Wohnung zu nehmen.
(Man nehme ein schreiendes Kind von 10 kg, zwei Einkaufstüten, Winterdecke und Kinderspielzeug in die linke Hand, in die rechte dann noch den handlichen Kinderwagen und steige frohen Mutes in den vierten Stock hinauf.)
Dass ich nicht gleich darauf gekommen bin!
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Mittwoch, 14. Januar 2009
Montag, 29. Dezember 2008
Morgens halb neun in Deutschland
Die Feiertage sind vorbei, die wuchernden Auswüchse der Zivilisation haben mich wieder.
Agentur für Arbeit, die erste:
- "Guten Morgen, was möchten Sie von uns?"
-(Ach, ich dachte, hier gibt's frische Brötchen ... ) "Ich wollte meine Unterlagen fürs Arbeitslosengeld abgeben, gemeldet bin ich ja schon."
- "Sind Sie zurzeit krank geschrieben?"
- (Seh ich soo krank aus?) "Nein."
- "Behinderungen?"
- "Nein... Ich bin schwanger, falls Sie das zu Behinderungen rechnen."
Agentur für Arbeit, die zweite:
- "Sie sind schwanger, steht hier."
- "Ja."
- "Ich brauche Ihren Mutterpass."
- (Ist dieser Bauch hier nicht rund genug? Oder denken Sie, ich laufe immer so herum?) "Bitte."
- "Und Sie stehen der Arbeitsvermittlung bis sechs Wochen vor der Entbindung ohne Einschränkungen zur Verfügung?"
- (Bin ich Hellseher? Was weiß ich, ob ich ins Krankenhaus muss oder flach liegen oder sonstwas? Schön wär's, wenn ich bis zum Schluss fit wäre. - Und in den vergangenen acht Monaten wurde mir noch keine einzige potenzielle Stelle von Ihnen vermittelt. Ich bezweifle stark, dass sich das jetzt abrupt ändern wird.) "Das kann ich jetzt nun wirlich noch nicht beschwören."
- "Ja, wenn Sie den Vermittlungen nicht zur Verfügung stehen, dann kann ich Sie gar nicht anmelden."
- "Aber ich bin ja schon seit Monaten angemeldet, ich will ja nur die Bescheinigungen fürs Arbeitslosengeld abgeben."
- "Also, Sie sind bei uns abgemeldet."
- "Kann nicht sein. Ich habe mich schon im März bei Ihnen angemeldet, weil mein befristeter Vertrag ursprünglich schon im Juni auslaufen sollte. Hier sind alle Schreiben..., die Vertragsverlängerungen ..., die Terminverschiebungen ..."
- "Sie sind bei uns abgemeldet. Sie sind zu Ihrem letzten Termin nicht erschienen."
- "Nein, natürlich bin ich am 3.11. nicht erschienen, weil ich da gearbeitet habe. Ich habe vorher bei Ihnen angerufen, um Bescheid zu geben, dass mein Vertrag bis 31.12. verlängert wurde, und um zu fragen, ob es reicht, Ihnen das mündlich mitzuteilen oder ob ich ein Briefchen schreiben soll. Mir wurde gesagt, mündlich reicht, und ich sollte einen neuen Termin für den 2.1. per Post zugeschickt bekommen. Den habe ich bis heute nicht, deshalb bin ich jetzt ohne Termin hier."
- "Sie sind bei uns abgemeldet."
- "Aber ich habe mich nicht abgemeldet."
- "Das müssen Sie darlegen."
- "Das tue ich ja gerade. Und vor einer Stunde habe ich das dem jungen Mann am Empfang schon einmal dargelegt."
- "Das müssen Sie schriftlich darlegen. Ich gebe Ihnen ein Formular für die Leistungsabteilung. Dort können Sie aber jetzt nicht hin."
- "???"
- "Der früheste Termin, den ich Ihnen geben könnte, wäre am 22.1."
- "Ich habe alle Unterlagen mit, ich will sie nur abgeben."
- "Am 22.1., 13.15 Uhr. Dort können Sie alles darlegen."
- "Und könnten Sie mir dann vielleicht darlegen, wer in Ihrem System eingetragen hat, dass ich nicht mehr arbeitssuchend gemeldet sein will? Mir wurde zugesichert, das sei alles eingetragen."
- "Das ist nicht eingetragen. Sie sind abgemeldet. Das steht so im System."
- "Und wer, bitte, hat das eingetragen? Oder ausgetragen?"
- "Das steht so im System. Sie müssen beweisen, dass Sie sich nicht abgemeldet haben."
- "Ich habe das Telefonat nicht aufgezeichnet. Können Sie mir denn beweisen, dass ich mich abgemeldet habe?"
- "Das steht bei uns im System. Das gilt als Beweis."
- "Bei mir steht es im Notizbuch. Das gilt für mich als Beweis."
- "Sie können das alles darlegen."
...
Und so weiter.
Und so fort.
Agentur für Arbeit, die erste:
- "Guten Morgen, was möchten Sie von uns?"
-(Ach, ich dachte, hier gibt's frische Brötchen ... ) "Ich wollte meine Unterlagen fürs Arbeitslosengeld abgeben, gemeldet bin ich ja schon."
- "Sind Sie zurzeit krank geschrieben?"
- (Seh ich soo krank aus?) "Nein."
- "Behinderungen?"
- "Nein... Ich bin schwanger, falls Sie das zu Behinderungen rechnen."
Agentur für Arbeit, die zweite:
- "Sie sind schwanger, steht hier."
- "Ja."
- "Ich brauche Ihren Mutterpass."
- (Ist dieser Bauch hier nicht rund genug? Oder denken Sie, ich laufe immer so herum?) "Bitte."
- "Und Sie stehen der Arbeitsvermittlung bis sechs Wochen vor der Entbindung ohne Einschränkungen zur Verfügung?"
- (Bin ich Hellseher? Was weiß ich, ob ich ins Krankenhaus muss oder flach liegen oder sonstwas? Schön wär's, wenn ich bis zum Schluss fit wäre. - Und in den vergangenen acht Monaten wurde mir noch keine einzige potenzielle Stelle von Ihnen vermittelt. Ich bezweifle stark, dass sich das jetzt abrupt ändern wird.) "Das kann ich jetzt nun wirlich noch nicht beschwören."
- "Ja, wenn Sie den Vermittlungen nicht zur Verfügung stehen, dann kann ich Sie gar nicht anmelden."
- "Aber ich bin ja schon seit Monaten angemeldet, ich will ja nur die Bescheinigungen fürs Arbeitslosengeld abgeben."
- "Also, Sie sind bei uns abgemeldet."
- "Kann nicht sein. Ich habe mich schon im März bei Ihnen angemeldet, weil mein befristeter Vertrag ursprünglich schon im Juni auslaufen sollte. Hier sind alle Schreiben..., die Vertragsverlängerungen ..., die Terminverschiebungen ..."
- "Sie sind bei uns abgemeldet. Sie sind zu Ihrem letzten Termin nicht erschienen."
- "Nein, natürlich bin ich am 3.11. nicht erschienen, weil ich da gearbeitet habe. Ich habe vorher bei Ihnen angerufen, um Bescheid zu geben, dass mein Vertrag bis 31.12. verlängert wurde, und um zu fragen, ob es reicht, Ihnen das mündlich mitzuteilen oder ob ich ein Briefchen schreiben soll. Mir wurde gesagt, mündlich reicht, und ich sollte einen neuen Termin für den 2.1. per Post zugeschickt bekommen. Den habe ich bis heute nicht, deshalb bin ich jetzt ohne Termin hier."
- "Sie sind bei uns abgemeldet."
- "Aber ich habe mich nicht abgemeldet."
- "Das müssen Sie darlegen."
- "Das tue ich ja gerade. Und vor einer Stunde habe ich das dem jungen Mann am Empfang schon einmal dargelegt."
- "Das müssen Sie schriftlich darlegen. Ich gebe Ihnen ein Formular für die Leistungsabteilung. Dort können Sie aber jetzt nicht hin."
- "???"
- "Der früheste Termin, den ich Ihnen geben könnte, wäre am 22.1."
- "Ich habe alle Unterlagen mit, ich will sie nur abgeben."
- "Am 22.1., 13.15 Uhr. Dort können Sie alles darlegen."
- "Und könnten Sie mir dann vielleicht darlegen, wer in Ihrem System eingetragen hat, dass ich nicht mehr arbeitssuchend gemeldet sein will? Mir wurde zugesichert, das sei alles eingetragen."
- "Das ist nicht eingetragen. Sie sind abgemeldet. Das steht so im System."
- "Und wer, bitte, hat das eingetragen? Oder ausgetragen?"
- "Das steht so im System. Sie müssen beweisen, dass Sie sich nicht abgemeldet haben."
- "Ich habe das Telefonat nicht aufgezeichnet. Können Sie mir denn beweisen, dass ich mich abgemeldet habe?"
- "Das steht bei uns im System. Das gilt als Beweis."
- "Bei mir steht es im Notizbuch. Das gilt für mich als Beweis."
- "Sie können das alles darlegen."
...
Und so weiter.
Und so fort.
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