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Dienstag, 15. September 2009

Allein erziehend

Seit über 100 Tagen bin ich jeden Tag 24 Stunden mit Murkeline zusammen. In den letzten drei Tagen hatte ich zum ersten Mal eine Leihoma im Haus, die das Kind ausgefahren, Mittagessen gekocht und den Abwasch erledigt hat. Kleinigkeiten, die nicht wirklich Mühe machen, die aber, wenn sie einem dann doch mal abgenommen werden, eine riesige Erleichterung sind.

Neue Definition von Luxus:
Eine Stunde Fahradfahren.
Sich an den gedeckten Tisch setzen.
In eine aufgeräumte Küche kommen.
Das Kind nach dem Stillen nicht selbst herumtragen.

Als ich neulich bei einer Freundin mit Kleinkind zu Besuch war, ist mir sehr bewusst geworden, wie wenig diese Luxusmomente wahrgenommen werden. In der Familie kümmert sich die Frau immer um das Kind, der Mann sieht fern, sitzt vorm Computer oder geht zum Fußball, so dass die Frau sich zu Recht als eigentlich alleinerziehend betrachtet. Doch obwohl der Mann seinem Sohn noch nie die Windeln gewechselt hat und sich nicht wirklich kümmert, nimmt er das Kind doch mal hoch, wenn es quängelt, redet und spielt mit ihm. Und wenn das pro Tag nur eine halbe Stunde ist, es ist doch eine Erleichterung, die man wohl erst wahrnimmt, wenn man sie im Alltag überhaupt nicht hat.

Dienstag, 20. Januar 2009

Katzen und Fische

Kein Gebrüll mehr, keine Spielsachen auf dem Fußboden, kein überquellender Windeleimer ... das Besuchsbaby ist weg und Frau Katze ist wieder mit mir und Murkeline allein. Ungewohnte Ruhe, ungewohnte Ordnung.

Schade.

Aber immerhin ist meine Wohnung samt Equipment jetzt auf Kindertauglichkeit getestet. Ich weiß jetzt, wie ich den Kinderwagen am kraftschonendsten ins Auto befördere, welche Supermärkte in der Gegend am schlampigsten beim Windel-Nachbestellen sind, wie der Küchentisch umgestellt werden muss, damit der Hochstuhl in die Ecke passt, und dass die Wiege noch eine Portion Holzleim und ein paar Winkel ausm Baumarkt verpasst bekommen muss, damit sie wirklich stabil ist.

Am beeindruckendsten war der Entwicklungsschub, den das Besuchsbaby in den vier Wochen durchgemacht hat - dank meines fördernden Einflusses natürlich ;-)
Er hat sitzen gelernt, stehen gelernt, vier Zähne bekommen, ist von komplett Stillen auf teilweise Brei und Babynahrung umgestiegen, hat seine ersten Silben gesprochen und reagiert mit Jauchzen auf Katzen (Frau Katze) und Fische (Aquarium im vietnamesischen Restaurant), die er anfangs völlig ignoriert hat.
Ein Monat im Leben eines Babys - da kommen wir Alten nicht mehr mit.