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Montag, 20. April 2009

Drei-Stunden-Rhythmus

Noch 25 Tage, sagt der Ticker, die Zeit rennt und meine Stimmung schwankt dauernd zwischen ausgelaugtem Nun reicht's langsam und panischem Was, nur noch dreieinhalb Wochen??
Murkeline ist inzwischen etwa 2800 Gramm schwer und rumpelt lebhaft in meinem Bauch herum. Dabei hat sie es doch tatsächlich geschafft, nach Monaten in vorbildlicher Startposition jetzt zur Sternenguckerin zu werden. Was ihr und mir die Geburt etwas erschweren wird ...
Auf jeden Fall ist mein Organismus seit Langem auf babygerechten Drei-Stunden-Rhythmus eingepegelt. Länger schlafen am Stück geht seit Monaten nicht mehr, wenn's mal viereinhalb Stunden sind, dann ist's ein Freudenfest. Alles zwickt und zwackt beim Liegen und beim Sitzen, und der Schmerz lässt mich nächtliche Wohnungswanderungen unternehmen. Ich hoffe ja auf spontane Besserung nach der Entbindung.

Montag, 26. Januar 2009

Wanderniere

Meine Nieren sitzen an Ort und Stelle, hoffe ich jedenfalls, ich hab's nicht prüfen lassen. Aber wer gewandert ist, ist die Placenta, hurra! Seit meine Gyn in der 19. Schwangerschaftswoche mal so lapidar eine tief sitzende Placenta konstatierte, war ich doch sehr in Sorge - immerhin ist meine erste Tochter als extremes Frühchen zur Welt gekommen und alles Unheil fing mit einer tief sitzenden Placenta an... Doch diesmal hat sich doch tatsächlich alles gerade noch rechtzeitig zurechtgeschoben: Murkeline hat ihren Kopf nicht mehr auf der Placenta, sondern auf dem (fest geschlossenen!) Muttermund. Wat will man mehr in der 25. Woche?

Samstag, 10. Januar 2009

Es muss nicht immer 3-D sein

Gute Nachrichten dürfen gern auch ein zweidimensionales Erscheinungsbild haben.

Gestern war ich zum großen Organ-Ultraschall in einer Praxis, in der zwar nicht der neueste Schrei der Technik zum Einsatz kam und es deshalb auch keinen 3-D-Videofilm gab, statt dessen gab es aber ein hochauflösendes Ultraschallgerät und einen Arzt, der souverän damit umgehen konnte und das Murkel nach allen Regeln der Kunst vermessen hat.
Alles dran, alles funktioniert, alles an Ort und Stelle. Ich kann meine Erleichterung nicht in Worte kleiden.

Übrigens, das Murkel ist eine Murkeline.

Freitag, 19. Dezember 2008

Ball flach halten

Nun doch.
Die letzten Tage hatte ich doch tatsächlich Oberwasser, mir ging's gut, arbeitsfrei und ein paar Tage Winterurlaub haben Wunder gewirkt, und ich hab mir doch tatsächlich gewagt, mich entspannt und voller Vorfreude richtig übers Schwangersein zu freuen.

Dafür hatte ich dann heute beim Ultraschall (den ich ja zu meiner eigenen Beruhigung gerne wollte) ein übles Déjà-vu: 20. Woche, tief sitzende Plazenta. Nicht schon wieder! Ich würde glatt den ganzen Tag Kopfstand machen oder Dinkelkörner in magischen Kreisen auslegen, wenn ich wüsste, dass der olle Mutterkuchen davon wieder hoch wandert ;-)
Naja, eigentlich ist mir nicht wirklich nach Scherzen zumute.

Freitag, 5. Dezember 2008

Tag 120

Heute läute ich offiziell den fünften Monat ein. Es geht voran! Fünfter Monat klingt schon ernsthaft nach Kinderkriegen.

Die Zeit bis zur letzten Vorsorgeuntersuchung ist so langsam vergangen, dass ich der Ärztin erklärt habe, wir müssten jetzt kürzere Intervalle einführen, weil ich mich sonst verrückt mache vor lauter Sorge, ob alles gut geht. Sie war ohne Diskussion einverstanden; manchmal sind die vielen Kreuzchen auf der Risiko-Liste doch ein Vorteil.

Alle bisherigen Sorgen scheinen jedenfalls nur von der hysterischen Hystera konstruiert gewesen zu sein - organisch war alles in Ordnung bei der Untersuchung am Montag. Das Kindchen zeigte sich bequem lümmelnd in seiner Höhle, es hatte sich so drapiert, als säße es in einem Designer-Liegesessel. O-Ton Frauenärztin: "Ein fotogenes Kind", das sich unbeirrt immer wieder im Profil zeigte und keine Lust dazu hatte, bei so banalen Dingen wie dem Vermessen der Schädelgröße mitzuspielen. Nun ja, dass da Eigensinn in den Genen sein wird, sollte mir ja klar sein.

Von Kopf bis Popo ist das (ja, immer noch das) Murkel etwa 11 cm lang, das ist in Ordnung für die 17. Woche. Der Superextra-Ultraschall, der so genannte große Organ-Ultraschall, wird leider erst im Januar sein, bei 22+0. Es klingt so phantastisch, für die 23. Woche einfach so einen Arzttermin auszumachen, bisher verbinde ich diese Zeit nur mit Risikoüberwachung im Krankenhaus.

Freitag, 7. November 2008

Das erste Drittel

13 Wochen geschafft!
Das Murkel hat sich an alle Größentabellen gehalten und ist brav auf 7,2 cm gewachsen. Alles dran, soweit das bei der Größe schon so zu erkennen ist: Kopf, Arme, Beine, Wirbelsäule, Magen, Herz. Und es scheint sich einen ordentlichen Wintervorrat angelegt zu haben: vier Kilo schwerer bin ich als vor drei Wochen.

Mittwoch, 1. Oktober 2008

8. Woche

Ultraschall kann süchtig machen.

Das Murkel ist innerhalb einer Woche einen Zentimeter gewachsen. 1,3 Zentimeter bei 7+4 (für die Nicht-Eingeweihten: das bedeutet 4. Tag der 8. Woche, gerechnet ab Startpunkt Follikelwachstum).
Da kann ich wohl ein paar Vitamine weniger essen, sonst züchte ich mir einen übergewichtigen Embryo ;-)

Mit jeder Woche wird das Gefühl realistischer, dass ich tatsächlich schwanger bin. Dass es gut gehen könnte.

Die Ascites ist endlich weg, der aufgeblähte Bauch auch, aber flach wird er wohl nicht mehr werden vor der Kugelzeit. Und lange wird die Tarnkleidung nicht mehr wirklich was tarnen...

Montag, 22. September 2008

Siebte Woche, dritter Tag

Endlich! habe! ich! das! Murkel! gesehen!
Ohne Ausrufezeichen geht's heute nicht! Endlich fange ich an zu glauben, dass sich das Murkel bei mir wohlfühlt und brav wächst und gedeiht.
Winzige, gewaltige 3,6 Millimeter ist es groß und sein Herzchen schlägt, ganz schnell, ganz leicht, wie ein Flimmern.

Der einzige Wermutstropfen heute:
Meine Krankenkasse zickt, sie hat einen Brief an die Praxis geschrieben und fragt so allerlei nach, ob da ein Beschäftigungsverbot wegen Schwangerschaftsbeschwerden geplant sei. Ich war im letzten Monat einmal 6 Tage, einmal 7 Tage und jetzt noch mal 5 Tage krankgeschrieben. Das ist ja wohl noch kein Grund, mißtrauisch zu werden, zumal ich dazwischen ja immer mal ein paar Tage arbeiten war. Und erst recht kein Grund, sich aus der Pflicht zur Lohnfortzahlung auszuklinken. Obwohl es irgendwo mal ein krudes Beispielurteil zu dem Thema gab, wo Arbeitgeber und Krankenkasse meinten, frau habe ihre Krankheit (bei ihr war's auch OHSS) selbst verschuldet durch die IVF.
Hauptsache, die schicken ähnliche Briefchen nicht an meinen Arbeitgeber, das könnte fatal werden.
Sprechzeit hatte die Kasse natürlich nur bis 15.00 Uhr heute, so dass ich völlig umsonst wutentbrannt vor der schicken Glastür stand.

Mittwoch, 17. September 2008

Der Fluch der modernen Technik

Früher, menschheitsgeschichtlich betrachtet vor dem Bruchteil einer Nanosekunde, also so vor 10, 20 Jahren hätte man in der 6. Schwangerschaftswoche mal so langsam registriert, dass die Menstruation sich ein bisschen verspätet. Dass man vielleicht demnächst mal zum Arzt gehen könnte. So viele Schwangerschaften verlaufen (verliefen) unbemerkt, weil ein "Abgang" in der 5. Woche gar nicht wahrgenommen wurde. Halt mal eine stärkere Blutung, kann vorkommen.

Heutzutage, zumindest bei halbwegs geplanten Schwangerschaften und erst erst bei Kinderwunschbehandlung, geht's ab dem 10. Tag los mit dem hysterischen Testen, so dass frau schon in der 4. Woche weiß, dass sie schwanger ist. Zu einem Zeitpunkt, wo noch ganz viel schief gehen kann. Wochenlang kann sie sich jetzt verrückt machen: "Wird es gut gehen?" Und dem kann man sich nicht entziehen.

Ich bin jetzt in der 6. Woche. Im Ultraschall war eine runde Fruchthöhle zu sehen. Surfen im Internet bringt einen zu der Erkenntnis, dass die Fruchthöhle statt wie bei mir siebeneinhalb Millimeter schon einen Zentimeter groß sein müsste. Dass man schon den Dottersack und den Embryo erkennen müsste. Da war aber nix. In den einschlägigen Foren liest man von Windeiern, leeren Fruchthöhlen, Eileiterschwangerschaften, bei denen sich trotzdem eine (leere) Fruchthöhle im Uterus bildet, von frühen Fehlgeburten, Ausschabungen und und und ... So schön und nützlich die unbeschränkte Kommunikation übers Netz ist, sie kann einen auch wahnsinnig machen, paranoid.

Früher gab's den ersten Ultraschall in der 9. Woche. Da sieht man nun wirklich den Embryo, sieht das Herz schlagen. Heute mach ich mich verrückt, möchte am liebsten jeden Tag schauen und testen und nachmessen und mit den Normwerten vergleichen. Wider besseres Wissen, denn durch jede Abweichung von den Normwerten lass ich mich ja verunsichern, oh, es wächst nicht richtig, es entwickelt sich nicht ...
Klar muss ich damit rechnen, dass es in den nächsten Wochen noch (schon) schief geht. Der Volksmund spricht von 20%. Ergibt immerhin eine Chance von 80%, dass es gut geht.

Montag geh ich das nächste Mal zum Ultraschall. Dann werde ich Anfang der siebten Woche sein. Und hoffe, meine kleine Kaulquappe auf dem Bildschirm sehen zu können. Sonst werd ich wohl zum Maschinenstürmer ;-)

Montag, 15. September 2008

Abstrakte Kunst

Kleiner schwarzer Kreis auf grau meliertem Hintergrund - dieses Meisterwerk habe ich heute mit nach Hause genommen.
Beim Ultraschall in der sechsten Woche sieht man nicht mehr als einen schwarzen Punkt. Bei mir heute 7,4 mm groß.
Die Fruchthöhle. Da wächst das Murkel dann. Hoffentlich. Ich bin immer noch ängstlich. Hab mich aber nach dem viel zu anstrengenden Wochenende (wat bin ich noch schwächlich!) erst einmal noch eine Woche krankschreiben lassen, um in Ruhe zu brüten. Mehr kann ich im Moment ja nicht tun.