Dienstag, 15. September 2009

Allein erziehend

Seit über 100 Tagen bin ich jeden Tag 24 Stunden mit Murkeline zusammen. In den letzten drei Tagen hatte ich zum ersten Mal eine Leihoma im Haus, die das Kind ausgefahren, Mittagessen gekocht und den Abwasch erledigt hat. Kleinigkeiten, die nicht wirklich Mühe machen, die aber, wenn sie einem dann doch mal abgenommen werden, eine riesige Erleichterung sind.

Neue Definition von Luxus:
Eine Stunde Fahradfahren.
Sich an den gedeckten Tisch setzen.
In eine aufgeräumte Küche kommen.
Das Kind nach dem Stillen nicht selbst herumtragen.

Als ich neulich bei einer Freundin mit Kleinkind zu Besuch war, ist mir sehr bewusst geworden, wie wenig diese Luxusmomente wahrgenommen werden. In der Familie kümmert sich die Frau immer um das Kind, der Mann sieht fern, sitzt vorm Computer oder geht zum Fußball, so dass die Frau sich zu Recht als eigentlich alleinerziehend betrachtet. Doch obwohl der Mann seinem Sohn noch nie die Windeln gewechselt hat und sich nicht wirklich kümmert, nimmt er das Kind doch mal hoch, wenn es quängelt, redet und spielt mit ihm. Und wenn das pro Tag nur eine halbe Stunde ist, es ist doch eine Erleichterung, die man wohl erst wahrnimmt, wenn man sie im Alltag überhaupt nicht hat.

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