Montag, 25. Januar 2010
Überwachung
Alexa kontrolliert mich. Ich kenne die Dame nicht, aber sie mich, und sie weiß, dass hier kaum jemand mitliest. Sie verrät aber nicht, ob's daran liegt, dass ich wenig geschrieben habe in letzter Zeit, oder daran, dass es keinen interessiert. So schlau ist Alexa denn doch nicht. Und ich erst recht nicht. Tja, diese Ungewissheiten immer.
Montag, 11. Januar 2010
Ständig unter Strom
Manchmal wünscht man sich als Alleinerziehender ein phlegmatisches Kind ... Meins ist das Gegenteil: wach, neugierig, mobil, und das den ganzen Tag lang.
Heute hat Murkeline den zweiten Mittagsschlaf ihres Lebens gehalten. Fast 40 Minuten hatte ich plötzlich Tagesfreizeit. Und mir fielen sehr viele Dinge ein, die ich in dieser Zeit hätte erledigen können / sollen, Dinge, die sich mit einem mobilen Kleinkind am Hosenbein schlecht erledigen lassen: Küche wischen, Weihnachtsbaum abschmücken, Steuererklärung machen ... Oder mal wieder bloggen ... Nichts davon habe ich getan, sondern mich mit meiner großen Teetasse auf die Couch gelümmelt und vor mich hin geschaut, die Stille genossen, abgeschaltet.
Ein Kind, das tagsüber gar nicht und nachts wenig schläft, fordert viel Kraft. Im Dezember war es besonders anstrengend: wir waren beide krank, erst nacheinander, dann gleichzeitig. Und wenn's einem mies geht, ist es wirklich keine Freude, einen kranken Säugling zu versorgen, der ständig lautstark kundtut, dass es ihm auch mies geht. Aber inzwischen ist das zum Glück Schnee vom vergangenen Jahr, und der Schnee von diesem Jahr, der weiße da draußen, ist viel schöner. Obwohl sich der Kinderwagen kaum durch die Schneeberge schieben lässt und meine verspannte Schulter gerade nix vom Kind tragen hält.
Ansonsten: "Wir" können inzwischen tatsächlich schon gut stehen (und tun das auch immer und überall). Murkeline hat eine elegante Falltechnik entwickelt, so dass es inzwischen nicht mehr so viele Blessuren beim Erkunden der Welt gibt. Diverse Schrammen und blaue Flecken hat sie natürlich trotzdem, nicht zu vermeiden bei diesem Energiebündel, das ständig unter Strom zu stehen scheint. Das Schwierigste ist es, Murkeline abends wieder runterzufahren. Am Freitag lass ich Murkeline mal von einer Physiotherapeutin anschauen: Vielleicht liegt diese Unruhe, das Schreien, das Spucken ja an einer Fehlstellung oder Blockierung. Vielleicht ist sie einfach nur ein unruhiger Mensch. Aber Abklären und Ausschließen organischer Ursachen kann definitiv nicht schaden.
Heute hat Murkeline den zweiten Mittagsschlaf ihres Lebens gehalten. Fast 40 Minuten hatte ich plötzlich Tagesfreizeit. Und mir fielen sehr viele Dinge ein, die ich in dieser Zeit hätte erledigen können / sollen, Dinge, die sich mit einem mobilen Kleinkind am Hosenbein schlecht erledigen lassen: Küche wischen, Weihnachtsbaum abschmücken, Steuererklärung machen ... Oder mal wieder bloggen ... Nichts davon habe ich getan, sondern mich mit meiner großen Teetasse auf die Couch gelümmelt und vor mich hin geschaut, die Stille genossen, abgeschaltet.
Ein Kind, das tagsüber gar nicht und nachts wenig schläft, fordert viel Kraft. Im Dezember war es besonders anstrengend: wir waren beide krank, erst nacheinander, dann gleichzeitig. Und wenn's einem mies geht, ist es wirklich keine Freude, einen kranken Säugling zu versorgen, der ständig lautstark kundtut, dass es ihm auch mies geht. Aber inzwischen ist das zum Glück Schnee vom vergangenen Jahr, und der Schnee von diesem Jahr, der weiße da draußen, ist viel schöner. Obwohl sich der Kinderwagen kaum durch die Schneeberge schieben lässt und meine verspannte Schulter gerade nix vom Kind tragen hält.
Ansonsten: "Wir" können inzwischen tatsächlich schon gut stehen (und tun das auch immer und überall). Murkeline hat eine elegante Falltechnik entwickelt, so dass es inzwischen nicht mehr so viele Blessuren beim Erkunden der Welt gibt. Diverse Schrammen und blaue Flecken hat sie natürlich trotzdem, nicht zu vermeiden bei diesem Energiebündel, das ständig unter Strom zu stehen scheint. Das Schwierigste ist es, Murkeline abends wieder runterzufahren. Am Freitag lass ich Murkeline mal von einer Physiotherapeutin anschauen: Vielleicht liegt diese Unruhe, das Schreien, das Spucken ja an einer Fehlstellung oder Blockierung. Vielleicht ist sie einfach nur ein unruhiger Mensch. Aber Abklären und Ausschließen organischer Ursachen kann definitiv nicht schaden.
Samstag, 12. Dezember 2009
Dick und dünn
Anfang voriger Woche war Murkeline mal wieder beim Kinder-TÜV. Bestanden. Nur beim Gewicht liegt sie im unteren Normbereich für ihre Größe: 7300 Gramm bei 69 Zentimetern. Aber so aktiv wie sie ist, hat sie gar keine Gelegenheit, Babyspeck anzusetzen. Seit einer Woche ist sie nun auch schon ein aktives Krabbelkind, seit gestern kann sie Türschwellen, und seitdem ist keine Ecke der Wohnung mehr vor ihr sicher. Und die aktiven Hochziehversuche lassen mich ahnen, dass "wir" in ein paar Tagen auch schon stehen können.
Und wer ist nun die Dicke? Ich natürlich, denn nach dem Tagesstress mit lebhaftem Kind muss es abends doch regelmäßig eine Tafel Schokolade sein, vertilgt möglichst spätabends auf der Couch, damit's besser ansetzt. Also bleibt der Schwangerschaftsspeck noch eine Weile bei mir.
Schließlich soll man ja während des Stillens nicht abnehmen ;-)
Und wer ist nun die Dicke? Ich natürlich, denn nach dem Tagesstress mit lebhaftem Kind muss es abends doch regelmäßig eine Tafel Schokolade sein, vertilgt möglichst spätabends auf der Couch, damit's besser ansetzt. Also bleibt der Schwangerschaftsspeck noch eine Weile bei mir.
Schließlich soll man ja während des Stillens nicht abnehmen ;-)
Mittwoch, 2. Dezember 2009
Land der kinderlosen Autofahrer
Die Sachlage schien einfach:
1. Ich brauche für einen Tag einen Kleintransporter.
2. Nicht ohne meine Tochter.
Geht aber nicht.
Es gibt in Deutschland keine Kleintransporter, bei denen man ein Kind mitnehmen kann. Alle Autos haben serienmäßig ein Beifahrerairbag, das sich nicht ausschalten lässt. Jedenfalls lautet so das Ergebnis stundenlanger Recherchen bei diversen Autovermietungen.
Heißt also: Stillende Mütter sollen keine großen Autos fahren, keine sperrigen Gegenstände transportieren oder gar umziehen wollen. Da sieht es mal wieder schlecht aus mit der Alltagsorganisation Alleinerziehender.
Und selbst wenn ich einen Mann an meiner Seite hätte - wenn der nun ein selbstständiger Handwerker mit einem Kleintransporter wäre?? Dann müsste ich mir ein zusätzliches Frauenauto anschaffen, nur wegen des Kindes? Oder am Besten doch mit dem Kind zu Hause bleiben, während Papa durch die Welt fährt?
Habe den Autovermietungen vorgeschlagen, doch einen 24-Stunden-Babysitterdienst anzubieten, dann würde ich das Auto mit Airbag doch nehmen. Fanden sie lustig.
Und wie kommen nun Bett, Sofa und Regal von A nach B?
1. Ich brauche für einen Tag einen Kleintransporter.
2. Nicht ohne meine Tochter.
Geht aber nicht.
Es gibt in Deutschland keine Kleintransporter, bei denen man ein Kind mitnehmen kann. Alle Autos haben serienmäßig ein Beifahrerairbag, das sich nicht ausschalten lässt. Jedenfalls lautet so das Ergebnis stundenlanger Recherchen bei diversen Autovermietungen.
Heißt also: Stillende Mütter sollen keine großen Autos fahren, keine sperrigen Gegenstände transportieren oder gar umziehen wollen. Da sieht es mal wieder schlecht aus mit der Alltagsorganisation Alleinerziehender.
Und selbst wenn ich einen Mann an meiner Seite hätte - wenn der nun ein selbstständiger Handwerker mit einem Kleintransporter wäre?? Dann müsste ich mir ein zusätzliches Frauenauto anschaffen, nur wegen des Kindes? Oder am Besten doch mit dem Kind zu Hause bleiben, während Papa durch die Welt fährt?
Habe den Autovermietungen vorgeschlagen, doch einen 24-Stunden-Babysitterdienst anzubieten, dann würde ich das Auto mit Airbag doch nehmen. Fanden sie lustig.
Und wie kommen nun Bett, Sofa und Regal von A nach B?
Montag, 9. November 2009
Rückblick: Wie Murkeline auf die Welt kam
Interessieren jemanden die unappetitlichen Details? Hier sind sie:
Ausgezählter Termin war der 15. Mai, aber weit und breit keine Wehe zu spüren. Nach der Erfahrung meiner ersten Schwangerschaft, in der ich in der 24. Woche meine ersten Wehen hatte und – dank Wehenhemmerhöchstdosis – „erst“ in der 26. Woche entbunden habe (spontan, drei Minuten vor dem angesetzten Notkaiserschnitt), hatte ich in dieser Schwangerschaft mit allem gerechnet, bloß nicht damit, das Kind zu übertragen. Und doch tat sich auch nach dem Termin nichts, Kind lag zwar startklar im Becken, aber der Gebärmutterhals war lang, der Muttermund zu und ich hatte keine einzige Wehe. CTG sah gut aus, das Fruchtwasser wurde langsam weniger, war aber noch nicht bedrohlich wenig. Ich war entspannt und ließ mir „Einleitung derzeit noch nicht gewünscht“ attestieren, trotz „großzügiger Einleitungsindikation bei belasteter Anamnese“. Auch vier Tage nach dem Termin sah es nicht anders aus, die untersuchende junge Ärztin in der Kreißsaal-Sprechstunde sah noch keinen Anlass zum Handeln, konsultierte dann aber doch noch ihren Oberarzt, der nach einem kühlen Blick auf meine Unterlagen befahl: „Einleitung! Sofort! Ich hätte Sie keinen einzigen Tag über Termin gehen lassen! Bei Ihrer Vorgeschichte!“ Ich versuchte noch ein paar Tage herauszuhandeln, weil ich mich mit dem Gedanken, das Kind auf Biegen und Brechen herauslocken zu wollen, obwohl es noch keine Anstalten zum Herauskommen machte, gar nicht wohl fühlte. Außerdem waren wir im Kalender gerade an einem belasteten Datum angekommen, dem Todestag meines Mannes, und ich hätte gern einen größeren zeitlichen Abstand zwischen diesen beiden Terminen, dem traurigen und dem schönen, gehabt.
Aber keine Chance, ich wurde für den nächsten Morgen einbestellt zwecks Einleitung. Ich malte mir allerlei Horrorszenarien aus (drei Tage vergebliche Einleitung mit schmerzhaften, aber muttermundunwirksamen Wehen, und dann doch noch einen Kaiserschnitt …), kaufte mir unterwegs noch ein paar Krimis und packte zu Hause gleich mal meinen gelben Seesack mit Utensilien für zwei Wochen Krankenhaus.
Die Nacht war furchtbar. Zwar keine neuen Schmerzen außer den seit Monaten üblichen (schmerzende Beckenvenen vor allem – nur im Laufen erträglich), aber das Kopfkarussell war heftig. Alle Ängste, alle Befürchtungen, die ich im Laufe der neun Monate gut verdrängt hatte, kamen jetzt an die Oberfläche und ich habe sie in dieser schlaflosen Nacht durchgespielt. Am Morgen war ich völlig k.o., müde, kraftlos und entmutigt, überzeugt, dass weder ich noch das Kind die Geburt überleben.
Ich fuhr mit Handgepäck und U-Bahn ins Krankenhaus. Um 9.00 Uhr klingelte ich an der Kreißsaaltür (zwischen 8.00 und 9.00 war der Termin für unsereinen, ich hatte es bis zur letzten Minute hinausgezögert). CTG im Vorzimmer, alles normal, wie immer. Dann ab in die inneren Räumlichkeiten des Kreißsaals, schickes Krankenhaushemd an, ab ins Bett, ich bekam 2 mg Prostaglandin-Gel vor den Muttermund geschmiert (unangenehm!), wurde wieder ans CTG gefesselt – und die Wartezeit fing an. Erst tat sich gar nix, dann kam mal langsam was leicht wehenähnliches, aber nicht so wirklich. Das Personal schwatzte draußen, eine Klingel hatte ich nicht, so dass ich darauf angewiesen war, wann mal wieder jemand geruhte, nach dem CTG zu schauen (selten) oder mich gar abzubasteln. So lange in einer Stellung gelegen hatte ich seit Monaten nicht mehr, und das aus gutem Grund. Meine Laune besserte sich nicht wirklich, und ich nutzte die Gelegenheit, kurz vorm Schichtwechsel mir noch einen Spaziergang draußen zu erbetteln – ich war drin kurz vorm Stubenkoller. Laufen tat sehr gut (obwohl inzwischen schon aller ca. drei Minuten Wehen kamen und ich diverse Geländer und Laternenmasten unterwegs auf Festigkeit prüfte), frische Luft tat auch sehr gut. In den Pausen beim Wehenwandern hab ich noch einige SMS verschickt, Grundtenor: „Einleitung ist doof, es tut sich nix, ich bin mutlos“.
Gegen 14.00 Uhr war ich wieder im Kreißsaal und setzte meine Wanderung drin fort, die Gänge auf und ab, auf und ab, ich muss an diesem Tag etliche Kilometer abgearbeitet haben. Die Wehen wurden heftiger, Stillstand hätte ich gar nicht ertragen. Zum Glück gibt’s an meisten Wänden im Krankenhaus so eine Art Reling, sehr nützlich so was, etwa so wie Annikas Kühlregale. Ich zählte kleine Elefanten zur Beruhigung und summte (mir? dem Kind?) immer wieder „unser“ Beruhigungslied vor. Das eine oder andere Tränchen lief auch schon, vor Schmerzen. Gegen 15.00 Uhr war der Muttermund ein winziges bisschen geöffnet, nicht wirklich viel. Dann musste ich zu allem Übel mal wieder ans CTG (im Bett), dem Kind ging es weiterhin gut, aber dieses Mistdingens zeichnete immer noch keine einzige Wehe auf, obwohl ich durchaus welche hatte, aber im Rücken. Hat da schon jemand eine Atemtechnik erfunden, um die wegzuatmen??? Die Schmerzen waren nicht schön, ich bekam ein Buscopan-Zäpfchen dagegen, völlig wirkungslos, es wurde immer heftiger, so dass ich endlich DAS Wort aller Gebärenden ausrief, dachte, schrie: „PDA!“ Eigentlich hatte ich keine gewollt, wegen der Risiken, wegen des zusätzlichen Risikos durch die Heparintherapie, aber ich wollte nicht Held spielen, keineswegs. Die Anästhesisten handelten schnell, wir hatten das Vorgespräch schon ein paar Wochen vorher geführt und wir hatten am Nachmittag bei der Flurwanderung noch einmal miteinander gesprochen. Und da die Hebammen immer noch nicht fanden, dass sie sich um mich kümmern müssten, setzte die Anästhesistin mir den Periduralkatheter, während die Anästhesieschwester, statt ihr zu assistieren, mich festhielt, mich zum vernünftigen Atmen anleitete, Tränen wegwischte und tröstete. Endlich saß der Katheter, wenn auch schief (mein linkes Bein war komplett weg, ein Einschuss wie ein Stromschlag), aber ich wollte keine Experimente mehr, wir ließen das Ding so liegen. Nun war ich endgültig ans Bett, ans richtige Gebärbett jetzt, gefesselt, mit PDA und Infusion. Es dauerte noch mal fast eine Stunde, bis die Anästhesie endlich wirkte.
Und kaum fühlte ich mich einigermaßen wieder als Mensch, weil diese entsetzlichen Schmerzen aufhörten, da kam Besuch, zwei Freundinnen, die sich nicht verabredet, aber dennoch an der Kreißsaaltür getroffen hatten. B. brachte meine Riesentasche, und wir hatten vorher verabredet, dass wir abends nach Beendigung der Runde eins der Einleitung, noch gemütlich einen Kaffee in der Krankenhauscafeteria trinken gehen. Nix war mit Kaffeetrinken, jetzt war Gebären angesagt, und so kamen die beiden unverhofft zur ersten Geburt ihres Lebens, „wie im Kino“, meinten sie hinterher.
Gegen 19.00 schaute die Spätdienst-Hebamme (die, seit es ernster wurde, sich endlich auch kümmerte und sich als sehr nett und kompetent erwies) mal wieder nach dem Muttermund, und siehe da, so gut wie vollständig offen. Mit PDA war die restliche Zeit geradezu angenehm, natürlich spürte ich die Wehen noch, aber der Schmerz war erträglich. Die Wehen kamen nach wie vor ausschließlich im Rücken, das hatte ich vorher gar nicht gewusst, dass es so was geben kann. Kommt wohl selten vor. Bei meiner ersten Geburt hatte ich ganz normale Wehen vorne. Ein ungewohnter Schmerz also auch für mich, obwohl es meine zweite Geburt war. Aber so wie jede Schwangerschaft anders ist, ist ja auch jede Geburt anders.
Irgendwie ging es dann weiter, in angenehmer Atmosphäre, meine beiden uneingeplanten Freundinnen mussten manchmal von ihren Kinosesseln aufstehen, wenn an mir herummanipuliert wurde, die junge Ärztin war sehr nett, und sowohl Ärztin als auch Hebamme waren die letzten zwei Stunden ständig bei mir, ich fühlte mich gut umsorgt. Ärztin und Hebamme waren auch ein gutes Team und arbeiten miteinander, statt wie so oft gegeneinander.
Irgendwann fing mein Kind ein bisschen an zu schwächeln, das CTG war zwar immer noch ok, aber nach den Wehen brauchte sie länger, um sich wieder zu erholen, so dass ihr zwei Mal Blut entnommen wurde (aus dem Kopf), um zu sehen, wie’s um sie steht. Ich fand das nicht so toll, ließ mich dann aber doch überreden. Da im Nebenraum auch eine Geburt lief, wollte die Ärztin gerne entscheiden, welches Kind schneller kommen muss und welches sich noch ein bisschen Zeit lassen darf. Mein Kind war wohl fitter, es durfte sich Zeit lassen. Gegen neun durfte ich dann schon mal pressen statt wegzuatmen (was ich schwierig fand), dann wurde das Kind nebenan entbunden, dann durfte ich weiter pressen (und hatte den Bogen inzwischen raus), und nach dem ersten Pressen war Murkelines Körper draußen, nach der zweiten Presswehe der Kopf (mit der Hand am Kopf, natürlich). 21.30 Uhr war mein Kind auf der Welt. Mein Kind! Ich bekam sie sofort eingewickelt auf die Brust, und Murkeline drehte ihren Kopf gleich in Richtung Brustwarze. Fressraupe. Leider war die Milchbar noch zu, was gleich zu heftigem Protest führte (der drei Tage andauern sollte, bis endlich die Milch kam …) Die zukünftige Patentante durfte die Nabelschnur durchschneiden (nur zugucken is nicht), Murkeline wurde gemessen (51 cm, 35 cm Kopfumfang), gewogen (3460 Gramm), gesäubert und eingepackt. Währenddessen wurde mein Dammriss (zweiten Grades) genäht, die Narkose wirkte noch wunderbar, so dass ich während des Nähens nett mit der Ärztin plauderte. „Sie dürfen wiederkommen“, meinte dann auch die Hebamme bei der Verabschiedung. Da hatten wir also alle zusammen einen netten Nachmittag ;-)
Ich musste zur Überwachung noch etwas im Kreißsaal bleiben, bekam noch Infusion (um sicher zu gehen, ob wirklich die komplette Nachgeburt am Riesenmyom vorbeigekommen war). Ich schickte die beiden Voyeure nach Hause, der Nachthebamme gelang es irgendwann endlich, mein schreiendes Kind durch Einpucken zu beruhigen, und ich verlangte und bekam endlich mein Abendbrot. Und gegen 1.00 Uhr nachts wurden wir dann auf die Wöchnerinnenstation verlegt.
Dort hatte ein Feldwebel Nachtdienst, ich kam in ein Dreierzimmer, der Feldwebel machte Licht und Lärm und kam mir dumm, mein Kind wurde trotz meiner Proteste noch mal gewickelt („Wir müssen doch sehen, ob die unten alles richtig gemacht haben“), so dass sie wieder aufwachte und den Rest der Nacht Terror machte. Und wenn sie mal ruhig war, wurde eines der anderen beiden Babies wach.
Am Morgen ließen sich meine beiden Bettnachbarinnen entlassen, ihnen ging es nach der schlaflosen Nacht genauso beschissen wie mir. Vorteil: Es war Feiertag, der Feldwebel hatte das ganze lange Wochenende frei, es gab auch nette und sehr nette Schwestern, die Sonne schien draußen und die Aussicht aus dem Fenster war toll. Und ich lag, Murkeline im Beistellbettchen neben mir, und hielt Händchen mit meinem Kind.
Die nächste Nacht hatte ich das Zimmer für mich alleine, aber Murkeline schrie wieder vor Hunger, bis ich nachts mit ihr über den Flur wanderte, weil sie sich nicht beruhigen ließ. Auf meinen verzweifelten Kommentar „Ich krieg jedes Baby beruhigt, nur mein eigenes nicht“ gingen die Schwestern zum Kampfprogramm über: Fläschchen mit Glukoselösung und Schnuller. Beides wollte ich ursprünglich überhaupt nicht, aber wie schnell wirft man Vorsätze über Bord. Und es half, die Zeit zu überbrücken, bis endlich, endlich am dritten Tag die Milch kam. Bis dahin hatte mir Murkeline leider schon die Brustwarzen wund geknabbert, daran habe ich noch etliche Wochen laboriert. Nie wieder werde ich ein Kind VOR dem Milcheinschuss so oft anlegen! Wir wurden dazu angehalten, weil das angeblich den Milcheinschuss stimuliert, aber nach meiner ersten Geburt hat es mit der Milch auch ohne Stimulation geklappt. Und vier Wochen Schmerzen beim Stillen müssen wirklich nicht sein.
Weil ich noch schwächelte (nach inzwischen drei schlaflosen Nächten) und nur mit reichlich Schmerzmitteln den Tag überstand, blieb ich noch einen Tag länger im Krankenhaus und ließ mich erst am vierten Tag nach der Entbindung entlassen.
Für die erste Zeit zu Hause hatte ich eine Haushaltshilfe organisiert (bezuschusst über die Krankenkasse), das war nötig und sehr hilfreich. Sie kam täglich für drei Stunden zum Putzen, Einkaufen und Kochen. Ich selbst war noch sehr schwächlich, eine Woche ging’s nur mit Schmerzmitteln, jedes Aufstehen schmerzte, jedes Hochheben des Kindes. Und Murkeline hat die ersten Wochen sehr viel geschrieen, jeden Abend von 19.00 bis 1.00 Uhr, da lagen meine Nerven schon blank. Mein Wochenfluss floss und floss, ich hatte sechs Wochen lang starke Blutungen (und kein Arzt fand die Ursache), ich musste mich öfter windeln als das Kind, und außerdem weiterhin Heparin spritzen wegen der schlechten Gerinnungswerte und erhöhter Thrombosegefahr. Da war es schon gut, jemanden zu haben, der zumindest die Grundversorgung übernimmt. Einkäufe in den dritten Stock hoch zu tragen, so was wäre einfach nicht gegangen.
So etwa sieben, acht Wochen nach der Entbindung hatte ich mich dann halbwegs erholt. Richtig fit bin ich erst jetzt wieder, nach fünf Monaten.
Ausgezählter Termin war der 15. Mai, aber weit und breit keine Wehe zu spüren. Nach der Erfahrung meiner ersten Schwangerschaft, in der ich in der 24. Woche meine ersten Wehen hatte und – dank Wehenhemmerhöchstdosis – „erst“ in der 26. Woche entbunden habe (spontan, drei Minuten vor dem angesetzten Notkaiserschnitt), hatte ich in dieser Schwangerschaft mit allem gerechnet, bloß nicht damit, das Kind zu übertragen. Und doch tat sich auch nach dem Termin nichts, Kind lag zwar startklar im Becken, aber der Gebärmutterhals war lang, der Muttermund zu und ich hatte keine einzige Wehe. CTG sah gut aus, das Fruchtwasser wurde langsam weniger, war aber noch nicht bedrohlich wenig. Ich war entspannt und ließ mir „Einleitung derzeit noch nicht gewünscht“ attestieren, trotz „großzügiger Einleitungsindikation bei belasteter Anamnese“. Auch vier Tage nach dem Termin sah es nicht anders aus, die untersuchende junge Ärztin in der Kreißsaal-Sprechstunde sah noch keinen Anlass zum Handeln, konsultierte dann aber doch noch ihren Oberarzt, der nach einem kühlen Blick auf meine Unterlagen befahl: „Einleitung! Sofort! Ich hätte Sie keinen einzigen Tag über Termin gehen lassen! Bei Ihrer Vorgeschichte!“ Ich versuchte noch ein paar Tage herauszuhandeln, weil ich mich mit dem Gedanken, das Kind auf Biegen und Brechen herauslocken zu wollen, obwohl es noch keine Anstalten zum Herauskommen machte, gar nicht wohl fühlte. Außerdem waren wir im Kalender gerade an einem belasteten Datum angekommen, dem Todestag meines Mannes, und ich hätte gern einen größeren zeitlichen Abstand zwischen diesen beiden Terminen, dem traurigen und dem schönen, gehabt.
Aber keine Chance, ich wurde für den nächsten Morgen einbestellt zwecks Einleitung. Ich malte mir allerlei Horrorszenarien aus (drei Tage vergebliche Einleitung mit schmerzhaften, aber muttermundunwirksamen Wehen, und dann doch noch einen Kaiserschnitt …), kaufte mir unterwegs noch ein paar Krimis und packte zu Hause gleich mal meinen gelben Seesack mit Utensilien für zwei Wochen Krankenhaus.
Die Nacht war furchtbar. Zwar keine neuen Schmerzen außer den seit Monaten üblichen (schmerzende Beckenvenen vor allem – nur im Laufen erträglich), aber das Kopfkarussell war heftig. Alle Ängste, alle Befürchtungen, die ich im Laufe der neun Monate gut verdrängt hatte, kamen jetzt an die Oberfläche und ich habe sie in dieser schlaflosen Nacht durchgespielt. Am Morgen war ich völlig k.o., müde, kraftlos und entmutigt, überzeugt, dass weder ich noch das Kind die Geburt überleben.
Ich fuhr mit Handgepäck und U-Bahn ins Krankenhaus. Um 9.00 Uhr klingelte ich an der Kreißsaaltür (zwischen 8.00 und 9.00 war der Termin für unsereinen, ich hatte es bis zur letzten Minute hinausgezögert). CTG im Vorzimmer, alles normal, wie immer. Dann ab in die inneren Räumlichkeiten des Kreißsaals, schickes Krankenhaushemd an, ab ins Bett, ich bekam 2 mg Prostaglandin-Gel vor den Muttermund geschmiert (unangenehm!), wurde wieder ans CTG gefesselt – und die Wartezeit fing an. Erst tat sich gar nix, dann kam mal langsam was leicht wehenähnliches, aber nicht so wirklich. Das Personal schwatzte draußen, eine Klingel hatte ich nicht, so dass ich darauf angewiesen war, wann mal wieder jemand geruhte, nach dem CTG zu schauen (selten) oder mich gar abzubasteln. So lange in einer Stellung gelegen hatte ich seit Monaten nicht mehr, und das aus gutem Grund. Meine Laune besserte sich nicht wirklich, und ich nutzte die Gelegenheit, kurz vorm Schichtwechsel mir noch einen Spaziergang draußen zu erbetteln – ich war drin kurz vorm Stubenkoller. Laufen tat sehr gut (obwohl inzwischen schon aller ca. drei Minuten Wehen kamen und ich diverse Geländer und Laternenmasten unterwegs auf Festigkeit prüfte), frische Luft tat auch sehr gut. In den Pausen beim Wehenwandern hab ich noch einige SMS verschickt, Grundtenor: „Einleitung ist doof, es tut sich nix, ich bin mutlos“.
Gegen 14.00 Uhr war ich wieder im Kreißsaal und setzte meine Wanderung drin fort, die Gänge auf und ab, auf und ab, ich muss an diesem Tag etliche Kilometer abgearbeitet haben. Die Wehen wurden heftiger, Stillstand hätte ich gar nicht ertragen. Zum Glück gibt’s an meisten Wänden im Krankenhaus so eine Art Reling, sehr nützlich so was, etwa so wie Annikas Kühlregale. Ich zählte kleine Elefanten zur Beruhigung und summte (mir? dem Kind?) immer wieder „unser“ Beruhigungslied vor. Das eine oder andere Tränchen lief auch schon, vor Schmerzen. Gegen 15.00 Uhr war der Muttermund ein winziges bisschen geöffnet, nicht wirklich viel. Dann musste ich zu allem Übel mal wieder ans CTG (im Bett), dem Kind ging es weiterhin gut, aber dieses Mistdingens zeichnete immer noch keine einzige Wehe auf, obwohl ich durchaus welche hatte, aber im Rücken. Hat da schon jemand eine Atemtechnik erfunden, um die wegzuatmen??? Die Schmerzen waren nicht schön, ich bekam ein Buscopan-Zäpfchen dagegen, völlig wirkungslos, es wurde immer heftiger, so dass ich endlich DAS Wort aller Gebärenden ausrief, dachte, schrie: „PDA!“ Eigentlich hatte ich keine gewollt, wegen der Risiken, wegen des zusätzlichen Risikos durch die Heparintherapie, aber ich wollte nicht Held spielen, keineswegs. Die Anästhesisten handelten schnell, wir hatten das Vorgespräch schon ein paar Wochen vorher geführt und wir hatten am Nachmittag bei der Flurwanderung noch einmal miteinander gesprochen. Und da die Hebammen immer noch nicht fanden, dass sie sich um mich kümmern müssten, setzte die Anästhesistin mir den Periduralkatheter, während die Anästhesieschwester, statt ihr zu assistieren, mich festhielt, mich zum vernünftigen Atmen anleitete, Tränen wegwischte und tröstete. Endlich saß der Katheter, wenn auch schief (mein linkes Bein war komplett weg, ein Einschuss wie ein Stromschlag), aber ich wollte keine Experimente mehr, wir ließen das Ding so liegen. Nun war ich endgültig ans Bett, ans richtige Gebärbett jetzt, gefesselt, mit PDA und Infusion. Es dauerte noch mal fast eine Stunde, bis die Anästhesie endlich wirkte.
Und kaum fühlte ich mich einigermaßen wieder als Mensch, weil diese entsetzlichen Schmerzen aufhörten, da kam Besuch, zwei Freundinnen, die sich nicht verabredet, aber dennoch an der Kreißsaaltür getroffen hatten. B. brachte meine Riesentasche, und wir hatten vorher verabredet, dass wir abends nach Beendigung der Runde eins der Einleitung, noch gemütlich einen Kaffee in der Krankenhauscafeteria trinken gehen. Nix war mit Kaffeetrinken, jetzt war Gebären angesagt, und so kamen die beiden unverhofft zur ersten Geburt ihres Lebens, „wie im Kino“, meinten sie hinterher.
Gegen 19.00 schaute die Spätdienst-Hebamme (die, seit es ernster wurde, sich endlich auch kümmerte und sich als sehr nett und kompetent erwies) mal wieder nach dem Muttermund, und siehe da, so gut wie vollständig offen. Mit PDA war die restliche Zeit geradezu angenehm, natürlich spürte ich die Wehen noch, aber der Schmerz war erträglich. Die Wehen kamen nach wie vor ausschließlich im Rücken, das hatte ich vorher gar nicht gewusst, dass es so was geben kann. Kommt wohl selten vor. Bei meiner ersten Geburt hatte ich ganz normale Wehen vorne. Ein ungewohnter Schmerz also auch für mich, obwohl es meine zweite Geburt war. Aber so wie jede Schwangerschaft anders ist, ist ja auch jede Geburt anders.
Irgendwie ging es dann weiter, in angenehmer Atmosphäre, meine beiden uneingeplanten Freundinnen mussten manchmal von ihren Kinosesseln aufstehen, wenn an mir herummanipuliert wurde, die junge Ärztin war sehr nett, und sowohl Ärztin als auch Hebamme waren die letzten zwei Stunden ständig bei mir, ich fühlte mich gut umsorgt. Ärztin und Hebamme waren auch ein gutes Team und arbeiten miteinander, statt wie so oft gegeneinander.
Irgendwann fing mein Kind ein bisschen an zu schwächeln, das CTG war zwar immer noch ok, aber nach den Wehen brauchte sie länger, um sich wieder zu erholen, so dass ihr zwei Mal Blut entnommen wurde (aus dem Kopf), um zu sehen, wie’s um sie steht. Ich fand das nicht so toll, ließ mich dann aber doch überreden. Da im Nebenraum auch eine Geburt lief, wollte die Ärztin gerne entscheiden, welches Kind schneller kommen muss und welches sich noch ein bisschen Zeit lassen darf. Mein Kind war wohl fitter, es durfte sich Zeit lassen. Gegen neun durfte ich dann schon mal pressen statt wegzuatmen (was ich schwierig fand), dann wurde das Kind nebenan entbunden, dann durfte ich weiter pressen (und hatte den Bogen inzwischen raus), und nach dem ersten Pressen war Murkelines Körper draußen, nach der zweiten Presswehe der Kopf (mit der Hand am Kopf, natürlich). 21.30 Uhr war mein Kind auf der Welt. Mein Kind! Ich bekam sie sofort eingewickelt auf die Brust, und Murkeline drehte ihren Kopf gleich in Richtung Brustwarze. Fressraupe. Leider war die Milchbar noch zu, was gleich zu heftigem Protest führte (der drei Tage andauern sollte, bis endlich die Milch kam …) Die zukünftige Patentante durfte die Nabelschnur durchschneiden (nur zugucken is nicht), Murkeline wurde gemessen (51 cm, 35 cm Kopfumfang), gewogen (3460 Gramm), gesäubert und eingepackt. Währenddessen wurde mein Dammriss (zweiten Grades) genäht, die Narkose wirkte noch wunderbar, so dass ich während des Nähens nett mit der Ärztin plauderte. „Sie dürfen wiederkommen“, meinte dann auch die Hebamme bei der Verabschiedung. Da hatten wir also alle zusammen einen netten Nachmittag ;-)
Ich musste zur Überwachung noch etwas im Kreißsaal bleiben, bekam noch Infusion (um sicher zu gehen, ob wirklich die komplette Nachgeburt am Riesenmyom vorbeigekommen war). Ich schickte die beiden Voyeure nach Hause, der Nachthebamme gelang es irgendwann endlich, mein schreiendes Kind durch Einpucken zu beruhigen, und ich verlangte und bekam endlich mein Abendbrot. Und gegen 1.00 Uhr nachts wurden wir dann auf die Wöchnerinnenstation verlegt.
Dort hatte ein Feldwebel Nachtdienst, ich kam in ein Dreierzimmer, der Feldwebel machte Licht und Lärm und kam mir dumm, mein Kind wurde trotz meiner Proteste noch mal gewickelt („Wir müssen doch sehen, ob die unten alles richtig gemacht haben“), so dass sie wieder aufwachte und den Rest der Nacht Terror machte. Und wenn sie mal ruhig war, wurde eines der anderen beiden Babies wach.
Am Morgen ließen sich meine beiden Bettnachbarinnen entlassen, ihnen ging es nach der schlaflosen Nacht genauso beschissen wie mir. Vorteil: Es war Feiertag, der Feldwebel hatte das ganze lange Wochenende frei, es gab auch nette und sehr nette Schwestern, die Sonne schien draußen und die Aussicht aus dem Fenster war toll. Und ich lag, Murkeline im Beistellbettchen neben mir, und hielt Händchen mit meinem Kind.
Die nächste Nacht hatte ich das Zimmer für mich alleine, aber Murkeline schrie wieder vor Hunger, bis ich nachts mit ihr über den Flur wanderte, weil sie sich nicht beruhigen ließ. Auf meinen verzweifelten Kommentar „Ich krieg jedes Baby beruhigt, nur mein eigenes nicht“ gingen die Schwestern zum Kampfprogramm über: Fläschchen mit Glukoselösung und Schnuller. Beides wollte ich ursprünglich überhaupt nicht, aber wie schnell wirft man Vorsätze über Bord. Und es half, die Zeit zu überbrücken, bis endlich, endlich am dritten Tag die Milch kam. Bis dahin hatte mir Murkeline leider schon die Brustwarzen wund geknabbert, daran habe ich noch etliche Wochen laboriert. Nie wieder werde ich ein Kind VOR dem Milcheinschuss so oft anlegen! Wir wurden dazu angehalten, weil das angeblich den Milcheinschuss stimuliert, aber nach meiner ersten Geburt hat es mit der Milch auch ohne Stimulation geklappt. Und vier Wochen Schmerzen beim Stillen müssen wirklich nicht sein.
Weil ich noch schwächelte (nach inzwischen drei schlaflosen Nächten) und nur mit reichlich Schmerzmitteln den Tag überstand, blieb ich noch einen Tag länger im Krankenhaus und ließ mich erst am vierten Tag nach der Entbindung entlassen.
Für die erste Zeit zu Hause hatte ich eine Haushaltshilfe organisiert (bezuschusst über die Krankenkasse), das war nötig und sehr hilfreich. Sie kam täglich für drei Stunden zum Putzen, Einkaufen und Kochen. Ich selbst war noch sehr schwächlich, eine Woche ging’s nur mit Schmerzmitteln, jedes Aufstehen schmerzte, jedes Hochheben des Kindes. Und Murkeline hat die ersten Wochen sehr viel geschrieen, jeden Abend von 19.00 bis 1.00 Uhr, da lagen meine Nerven schon blank. Mein Wochenfluss floss und floss, ich hatte sechs Wochen lang starke Blutungen (und kein Arzt fand die Ursache), ich musste mich öfter windeln als das Kind, und außerdem weiterhin Heparin spritzen wegen der schlechten Gerinnungswerte und erhöhter Thrombosegefahr. Da war es schon gut, jemanden zu haben, der zumindest die Grundversorgung übernimmt. Einkäufe in den dritten Stock hoch zu tragen, so was wäre einfach nicht gegangen.
So etwa sieben, acht Wochen nach der Entbindung hatte ich mich dann halbwegs erholt. Richtig fit bin ich erst jetzt wieder, nach fünf Monaten.
Montag, 2. November 2009
Umgezogen

... ins große Bett ist Murkeline vorige Woche. Die Wiege wurde eindeutig zu klein, vor allem für ein Kind mit einem solchen Bewegungsdrang wie Murkeline. Jetzt kann sie sich nachts auf einem Areal von 140 x 70 cm austoben, das gefällt ihr gut.
Und was sie alles gelernt hat in den letzten Wochen:
sich aufsetzen (bald wird sie sitzen), den Vierfüßerstand (bald wird sie krabbeln) und Geschmacksvorlieben entwickeln (Karotte, Kartoffel und Zucchini schmecken, einzeln und in Kombination; Pastinake und Grießbrei schmecken nicht).
Ess ich eben die Reste, als Kind hab ich schließlich auch gemäkelt (und musste aufessen). Da lass ich Murkeline mehr Freiheit.
Mittwoch, 21. Oktober 2009
Virtuelles Leben
Wenn man als Single einen Kinderwunsch hat, dann bietet es sich an, Kontakte zum Austausch übers Netz zu suchen, denn wir sind zwar viele (und werden immer mehr), aber soo viele denn auch nicht.
Und dieser virtuelle Austausch hat Suchtpotenzial: Endlich Leute, die einen verstehen, die sich mit den gleichen Problemem herumschlagen. Man findet Trost, Zuspruch, Erfahrungsberichte, Infos, Tipps ... und hängt nur noch im Netz. Süchtelphasen gehören wohl dazu, aber irgendwann muss man auch wieder auf Entzug.
Wie komm ich drauf: Habe gerade einen netten Kommentar von Dr. Breitbach gelesen: "Kinderwunsch-Internetforen - Gefahr oder Chance?", gefolgt von so allerlei Meinungen dazu.
Und dieser virtuelle Austausch hat Suchtpotenzial: Endlich Leute, die einen verstehen, die sich mit den gleichen Problemem herumschlagen. Man findet Trost, Zuspruch, Erfahrungsberichte, Infos, Tipps ... und hängt nur noch im Netz. Süchtelphasen gehören wohl dazu, aber irgendwann muss man auch wieder auf Entzug.
Wie komm ich drauf: Habe gerade einen netten Kommentar von Dr. Breitbach gelesen: "Kinderwunsch-Internetforen - Gefahr oder Chance?", gefolgt von so allerlei Meinungen dazu.
Dienstag, 20. Oktober 2009
Ein Tag im Leben der Murkeline
4.00 Uhr:
Ausgeschlafen! Hmm, hab ich Hunger. Hunger. Hunger! Hej, Mama, hörste nicht? Ich würd schon gern jetzt mal was trinken. - Ah, da bist du ja. - Hej, ich hab Hunger, hab ich gesagt. Wo gehst du hin? - Na endlich. - Hmm....
4.30 Uhr:
Satt und müde. Na gut, schlaf ich eben noch 'ne Runde, wenn du nicht mit mir redest.
7.30 Uhr:
Ich glaub, ich hab schon wieder Hunger. Hallo? Haalooo! Haaaaaaaaaalooooooo! - Na, wird ja Zeit ... Hmmm.
8.00 Uhr:
Na endlich werd ich aus diesem Schlafsack rausgepult. Strampelt sich viel besser. Oh, alles aus, noch besser! Die neue Windel ist ja ganz leicht.
Was gibt's denn heute Interessantes zu gucken? Ok, die Flugzeuge hängen noch. Und da ist die Sechsfüßer-Raupe ... mit der hab ich viel zu erzählen.
8.30 Uhr:
Wir haben alles schon durchgesprochen. Gut, dass Mama mich jetzt mit in die Küche nimmt. Da klappert sie immer fein.
Jetzt klappert sie nicht mehr ... Das ist immer, wenn sie dieses braune Zeug aus der Tasse mit den schicken roten Punkten trinkt. Dann legt sie die Füße hoch und hält sich Papier vors Gesicht. Ist nicht mal bunt, macht aber lustige Geräusche, wenn man drauf haut. Geht von hier aus aber nicht. Echt langweilig. Da döst man doch glatt weg.
9.00 Uhr:
Muss der Raupe erzählen, was in der Küche los war. Und mich um meine Schlüssel kümmern. Krieg ich gar nicht in den Mund, wenn der Schnuller drin ist. Spuck ich ihn eben aus. - Haaallo, mein Schnuller ist weg! Will ich wieder haben! Sofort! Schnuller! Haaallo! - Na endlich. - Pfft, das mit dem Ausspucken war aber lustig. Mach ich gleich noch mal. - Haaallo, mein Schnuller ist weg! Will ich wieder haben! Sofort! Schnuller! Haaallo! - Na endlich. - Pfft, das mit dem Ausspucken war aber lustig. Mach ich gleich noch mal. - Haaallo, mein Schnuller ist weg! Will ich wieder haben! Sofort! Schnuller! Haaallo! - Na endlich.
...
Bin ein bisschen müde. Schlafen wär aber echt doof. Könnt ja was essen. Mal Mama rufen, schön laut, damit sie's auch hört.
11.15 Uhr:
Jetzt krieg ich noch was angezogen. So kalt war's doch gar nicht. Oh, wir gehen wieder in die Küche, fein. Aha, orange Pampe. Kenn ich. Gar nicht so übel. Ich glaub, das nennt man Fingermalfarbe. Gleich mal ausprobieren.
11.30 Uhr:
Aber was Richtiges zu trinken hinterher wär schon nicht schlecht!
11.45 Uhr:
Hmm. Satt und müde.
12.00 Uhr:
Bin schon wieder wach! Wieso werd ich da gleich wieder halb ausgezogen?
12.05 Uhr:
Ich schau noch mal nach meinem Schlüsselbund. Hurra, da ist er! Aber kein Schnuller da. Nehm ich eben den Daumen. Klappt immer, da bringt Mama sofort einen Schnuller.
12.30 Uhr:
Mit den Schlüsseln ist alles in Ordnung. Hab mich mal auf die Seite gedreht und schau nach dem Clown. Der ist in einer Tasche versteckt. Mal sehn, ob ich ihn da befreien kann. Schwierig, schwierig.
13.00 Uhr:
Also wenn man als Erwachsener keine Selbstgespräche mehr führen soll, dann mag ich gar nicht groß werden. Wenn ich Selbstgespräche führe, freuen sich immer alle. Gibt ja auch immer was zu erzählen.
13.30 Uhr:
Naja, mit Mama erzählen ist auch nicht schlecht. Ist auch schön, wenn wir uns mal gemeinsam um das Schlüsselbund kümmern. Kann ich ja nicht immer alleine machen. Bringt mich manchmal glatt zum Weinen, wenn ich mich ganz allein um die vielen Schlüssel sorgen muss.
15.00 Uhr:
Endlich wieder was zu trinken.
15.30 Uhr:
Was denn nun, ausziehen oder anziehen? Dieses Hin und Her immer. Hej, mir ist zu warm!
15.35 Uhr:
Och, das ist ja beruhigend. Kann man schön vor sich hin träumen ... Und meine Hände sehen ganz anders aus. Die Finger sind weg? Ich seh sie jedenfalls nicht. Muss ich mal drüber nachdenken.
18.00 Uhr:
Och nöö, die Spielwiese ist langweilig. Alles ist langweilig und doof. Na gut, eine Runde durch die Wohnung ist ok. Obwohl, eigentlich auch langweilig.
18.30 Uhr:
Alles doof!
18.35 Uhr:
Alles so was von doof!
18.40 Uhr:
Na, ein Lichtblick, es gibt was zu trinken.
19.00 Uhr:
Oh, ich glaub, hier war ich schon mal. Mal schauen, ja, der Elefant ist da. Und diese komische Metall-Musik hab ich auch schon gehört. Her mit dem Schnuller, dann kann ich in Ruhe noch mal schauen, was denn nun mit meinen Händen und Fingern los ist. Das braucht Konzentration. Und Licht brauch ich dazu, wenigstens ein bisschen!
...
Die Hände werden schwer ...
Das war ein ruhiger Tag. Für die unruhigen immer mal ein Schreistündchen einfügen und den Abendpart verlängern (mit eingeschobenem Schreisegment).
Ausgeschlafen! Hmm, hab ich Hunger. Hunger. Hunger! Hej, Mama, hörste nicht? Ich würd schon gern jetzt mal was trinken. - Ah, da bist du ja. - Hej, ich hab Hunger, hab ich gesagt. Wo gehst du hin? - Na endlich. - Hmm....
4.30 Uhr:
Satt und müde. Na gut, schlaf ich eben noch 'ne Runde, wenn du nicht mit mir redest.
7.30 Uhr:
Ich glaub, ich hab schon wieder Hunger. Hallo? Haalooo! Haaaaaaaaaalooooooo! - Na, wird ja Zeit ... Hmmm.
8.00 Uhr:
Na endlich werd ich aus diesem Schlafsack rausgepult. Strampelt sich viel besser. Oh, alles aus, noch besser! Die neue Windel ist ja ganz leicht.
Was gibt's denn heute Interessantes zu gucken? Ok, die Flugzeuge hängen noch. Und da ist die Sechsfüßer-Raupe ... mit der hab ich viel zu erzählen.
8.30 Uhr:
Wir haben alles schon durchgesprochen. Gut, dass Mama mich jetzt mit in die Küche nimmt. Da klappert sie immer fein.
Jetzt klappert sie nicht mehr ... Das ist immer, wenn sie dieses braune Zeug aus der Tasse mit den schicken roten Punkten trinkt. Dann legt sie die Füße hoch und hält sich Papier vors Gesicht. Ist nicht mal bunt, macht aber lustige Geräusche, wenn man drauf haut. Geht von hier aus aber nicht. Echt langweilig. Da döst man doch glatt weg.
9.00 Uhr:
Muss der Raupe erzählen, was in der Küche los war. Und mich um meine Schlüssel kümmern. Krieg ich gar nicht in den Mund, wenn der Schnuller drin ist. Spuck ich ihn eben aus. - Haaallo, mein Schnuller ist weg! Will ich wieder haben! Sofort! Schnuller! Haaallo! - Na endlich. - Pfft, das mit dem Ausspucken war aber lustig. Mach ich gleich noch mal. - Haaallo, mein Schnuller ist weg! Will ich wieder haben! Sofort! Schnuller! Haaallo! - Na endlich. - Pfft, das mit dem Ausspucken war aber lustig. Mach ich gleich noch mal. - Haaallo, mein Schnuller ist weg! Will ich wieder haben! Sofort! Schnuller! Haaallo! - Na endlich.
...
Bin ein bisschen müde. Schlafen wär aber echt doof. Könnt ja was essen. Mal Mama rufen, schön laut, damit sie's auch hört.
11.15 Uhr:
Jetzt krieg ich noch was angezogen. So kalt war's doch gar nicht. Oh, wir gehen wieder in die Küche, fein. Aha, orange Pampe. Kenn ich. Gar nicht so übel. Ich glaub, das nennt man Fingermalfarbe. Gleich mal ausprobieren.
11.30 Uhr:
Aber was Richtiges zu trinken hinterher wär schon nicht schlecht!
11.45 Uhr:
Hmm. Satt und müde.
12.00 Uhr:
Bin schon wieder wach! Wieso werd ich da gleich wieder halb ausgezogen?
12.05 Uhr:
Ich schau noch mal nach meinem Schlüsselbund. Hurra, da ist er! Aber kein Schnuller da. Nehm ich eben den Daumen. Klappt immer, da bringt Mama sofort einen Schnuller.
12.30 Uhr:
Mit den Schlüsseln ist alles in Ordnung. Hab mich mal auf die Seite gedreht und schau nach dem Clown. Der ist in einer Tasche versteckt. Mal sehn, ob ich ihn da befreien kann. Schwierig, schwierig.
13.00 Uhr:
Also wenn man als Erwachsener keine Selbstgespräche mehr führen soll, dann mag ich gar nicht groß werden. Wenn ich Selbstgespräche führe, freuen sich immer alle. Gibt ja auch immer was zu erzählen.
13.30 Uhr:
Naja, mit Mama erzählen ist auch nicht schlecht. Ist auch schön, wenn wir uns mal gemeinsam um das Schlüsselbund kümmern. Kann ich ja nicht immer alleine machen. Bringt mich manchmal glatt zum Weinen, wenn ich mich ganz allein um die vielen Schlüssel sorgen muss.
15.00 Uhr:
Endlich wieder was zu trinken.
15.30 Uhr:
Was denn nun, ausziehen oder anziehen? Dieses Hin und Her immer. Hej, mir ist zu warm!
15.35 Uhr:
Och, das ist ja beruhigend. Kann man schön vor sich hin träumen ... Und meine Hände sehen ganz anders aus. Die Finger sind weg? Ich seh sie jedenfalls nicht. Muss ich mal drüber nachdenken.
18.00 Uhr:
Och nöö, die Spielwiese ist langweilig. Alles ist langweilig und doof. Na gut, eine Runde durch die Wohnung ist ok. Obwohl, eigentlich auch langweilig.
18.30 Uhr:
Alles doof!
18.35 Uhr:
Alles so was von doof!
18.40 Uhr:
Na, ein Lichtblick, es gibt was zu trinken.
19.00 Uhr:
Oh, ich glaub, hier war ich schon mal. Mal schauen, ja, der Elefant ist da. Und diese komische Metall-Musik hab ich auch schon gehört. Her mit dem Schnuller, dann kann ich in Ruhe noch mal schauen, was denn nun mit meinen Händen und Fingern los ist. Das braucht Konzentration. Und Licht brauch ich dazu, wenigstens ein bisschen!
...
Die Hände werden schwer ...
Das war ein ruhiger Tag. Für die unruhigen immer mal ein Schreistündchen einfügen und den Abendpart verlängern (mit eingeschobenem Schreisegment).
Montag, 12. Oktober 2009
Schübe und Sprünge
Diese Entwicklungssprünge sind doch immer wieder faszinierend. Von einem Tag auf den anderen kann das Kindchen plötzlich etwas.
Bei Murkeline ist das gerade:
zielgerichtet greifen und festhalten und in den Mund stecken (das aktuelle Lieblingsspielzeug ist ein Plastikring mit vier bunten "Schlüsseln", das rasselt wunderbar und gibt anscheinend ein gutes Mundgefühl),
sich zielgerichtet umdrehen (vorher waren es lange Zeit immer nur Zufallsdreher) und die eigenen Füße entdecken.
Und gestern war das Kind das erste Mal baden - nicht das Jugendamt anrufen jetzt wegen Vernachlässigung, geputzt in der heimischen Kinderbadewanne wird sie schon ab und an - im großen Becken im Spaßbad. Sie war eindeutig die jüngste Schwimmerin, schick in der Aquawindel, und sehr interessiert, allerdings auch vorsichtig, was da passiert.
Bei Murkeline ist das gerade:
zielgerichtet greifen und festhalten und in den Mund stecken (das aktuelle Lieblingsspielzeug ist ein Plastikring mit vier bunten "Schlüsseln", das rasselt wunderbar und gibt anscheinend ein gutes Mundgefühl),
sich zielgerichtet umdrehen (vorher waren es lange Zeit immer nur Zufallsdreher) und die eigenen Füße entdecken.
Und gestern war das Kind das erste Mal baden - nicht das Jugendamt anrufen jetzt wegen Vernachlässigung, geputzt in der heimischen Kinderbadewanne wird sie schon ab und an - im großen Becken im Spaßbad. Sie war eindeutig die jüngste Schwimmerin, schick in der Aquawindel, und sehr interessiert, allerdings auch vorsichtig, was da passiert.
Montag, 5. Oktober 2009
Unterhalt für Samenspenderkinder?
Wie bei so vielem rund um das Thema Samenspende, ist auch hier die Rechtslage in Deutschland noch ungeklärt. Deshalb existieren auch unterschiedliche Meinungen und Entscheidungen:
- Kontra: Anspruch auf Unterhaltsvorschuss bei anonymer Samenspende
- Pro: Anspruch auf Unterhaltsvorschuss bei anonymer Samenspende
Manche Sachbearbeiter genehmigen bei anonymer Samenspende den Unterhaltsvorschuss, manche lehnen ihn ab. Beides meist mit Bezug auf One-Night-Stands, bei denen die Identität des Erzeugers auch nicht geklärt werden kann.
Die Summe, um die es sich handelt, ist geringer, als die, die die meisten Frauen für die Kinderwunschbehandlung investiert haben. Deutschland braucht Kinder - aber wenn sie da sind, wird ihnen und ihren Eltern so mancher Stolperstein in den Weg gelegt. Unterhaltsvorschuss wird maximal sechs Jahre lang gezahlt und beläuft sich auf 117 Euro im Monat, ergibt 8424 Euro - die der Staat nicht aufbringen möchte, um ein Kind zu unterstützen. Hauptsache, Banken und Autoindustrie werden gefördert ...
Das Unterhaltsrecht erscheint meines Wissens bei keiner der Parteien als veränderungswürdig. Dafür gibt es immerhin einige Ansätze zum Thema Adoption.
Unser Außenminister in spe hatte in seinem Parteiprogramm stehen, dass Adoptionen grundsätzlich erleichtert und für gleichgeschlechtliche Paare überhaupt erst mal möglich gemacht werden sollen. Immerhin ein Anfang, mal sehen, was aus dem Wahlversprechen wird.
25.9.09 Vor der Wahl: Was sagen die Parteien zur Adoption?
Am Sonntag wird gewählt. Wir haben mal ein wenig in den Parteiprogrammen gestöbert, um herauszufinden, was die großen Parteien zum Adoptionswesen in Deutschland zu sagen haben:
SPD und CDU: Haben gar nichts dazu zu sagen. Nach deren Meinung kann offensichtlich alles so bleiben wie es ist.
Die Linke: Die Partei will das Adoptionsrecht für lesbische und schwule Paare einführen, eingetragene Lebenspartnerschaften rechtlich gleichstellen und das Adoptions- und Beamtenrecht reformieren.
Die Grünen wollen "das Adoptionsrecht endlich auch für gemeinschaftliche Adoptionen durch Eingetragene Lebenspartnerschaften und für auf Dauer angelegte nicht-eheliche Lebensgemeinschaften öffnen. Wir fordern die Öffnung der Ehe für lesbische und schwule Paare, einschließlich des Adoptionsrechts."
Die FDP: "Die FDP setzt sich für die Stärkung von Adoptionen ein. Bürokratische Hürden sind so weit wie möglich zu reduzieren. Auch im Bürgerlichen Gesetzbuch ist angesichts der steigenden Lebenserwartung und der sich allgemein verschiebenden Familiengründung festzulegen, dass im Regelfall ein Altersunterschied von 50 Jahren zwischen Kind und einem Elternteil keinen Zweifel an der Erziehungsfähigkeit begründet. Bei Stiefkindadoptionen soll es bei einvernehmlichem Wunsch von Mutter, Vater und adoptionswilligem Stiefelternteil mit notarieller Beurkundung unwiderruflich ermöglicht werden, dass wie bei Erwachsenen-Adoptionen das Verwandtschaftsverhältnis zu beiden leiblichen Elternteilen erhalten bleibt. Auch bei Auslandsadoptionen ohne Beteiligung deutscher Fachstellen ist dem Kindeswohl Rechnung zu tragen. In den Fällen, in denen die erforderliche Prüfung durch den Heimatstaat nicht gewährleistet ist, hat eine summarische Prüfung der Anerkennungsfähigkeit möglichst vor Visumserteilung für das Kind zu erfolgen. Die endgültige Feststellung der Erziehungsfähigkeit erfolgt in Deutschland. Lebenspartnerschaften müssen mit der Ehe gleichgestellt werden, insbesondere im Steuerrecht, bei Adoptionen und im Beamtenrecht."
(Nachzulesen bei www.adoptionsinfo.de)
- Kontra: Anspruch auf Unterhaltsvorschuss bei anonymer Samenspende
- Pro: Anspruch auf Unterhaltsvorschuss bei anonymer Samenspende
Manche Sachbearbeiter genehmigen bei anonymer Samenspende den Unterhaltsvorschuss, manche lehnen ihn ab. Beides meist mit Bezug auf One-Night-Stands, bei denen die Identität des Erzeugers auch nicht geklärt werden kann.
Die Summe, um die es sich handelt, ist geringer, als die, die die meisten Frauen für die Kinderwunschbehandlung investiert haben. Deutschland braucht Kinder - aber wenn sie da sind, wird ihnen und ihren Eltern so mancher Stolperstein in den Weg gelegt. Unterhaltsvorschuss wird maximal sechs Jahre lang gezahlt und beläuft sich auf 117 Euro im Monat, ergibt 8424 Euro - die der Staat nicht aufbringen möchte, um ein Kind zu unterstützen. Hauptsache, Banken und Autoindustrie werden gefördert ...
Das Unterhaltsrecht erscheint meines Wissens bei keiner der Parteien als veränderungswürdig. Dafür gibt es immerhin einige Ansätze zum Thema Adoption.
Unser Außenminister in spe hatte in seinem Parteiprogramm stehen, dass Adoptionen grundsätzlich erleichtert und für gleichgeschlechtliche Paare überhaupt erst mal möglich gemacht werden sollen. Immerhin ein Anfang, mal sehen, was aus dem Wahlversprechen wird.
25.9.09 Vor der Wahl: Was sagen die Parteien zur Adoption?
Am Sonntag wird gewählt. Wir haben mal ein wenig in den Parteiprogrammen gestöbert, um herauszufinden, was die großen Parteien zum Adoptionswesen in Deutschland zu sagen haben:
SPD und CDU: Haben gar nichts dazu zu sagen. Nach deren Meinung kann offensichtlich alles so bleiben wie es ist.
Die Linke: Die Partei will das Adoptionsrecht für lesbische und schwule Paare einführen, eingetragene Lebenspartnerschaften rechtlich gleichstellen und das Adoptions- und Beamtenrecht reformieren.
Die Grünen wollen "das Adoptionsrecht endlich auch für gemeinschaftliche Adoptionen durch Eingetragene Lebenspartnerschaften und für auf Dauer angelegte nicht-eheliche Lebensgemeinschaften öffnen. Wir fordern die Öffnung der Ehe für lesbische und schwule Paare, einschließlich des Adoptionsrechts."
Die FDP: "Die FDP setzt sich für die Stärkung von Adoptionen ein. Bürokratische Hürden sind so weit wie möglich zu reduzieren. Auch im Bürgerlichen Gesetzbuch ist angesichts der steigenden Lebenserwartung und der sich allgemein verschiebenden Familiengründung festzulegen, dass im Regelfall ein Altersunterschied von 50 Jahren zwischen Kind und einem Elternteil keinen Zweifel an der Erziehungsfähigkeit begründet. Bei Stiefkindadoptionen soll es bei einvernehmlichem Wunsch von Mutter, Vater und adoptionswilligem Stiefelternteil mit notarieller Beurkundung unwiderruflich ermöglicht werden, dass wie bei Erwachsenen-Adoptionen das Verwandtschaftsverhältnis zu beiden leiblichen Elternteilen erhalten bleibt. Auch bei Auslandsadoptionen ohne Beteiligung deutscher Fachstellen ist dem Kindeswohl Rechnung zu tragen. In den Fällen, in denen die erforderliche Prüfung durch den Heimatstaat nicht gewährleistet ist, hat eine summarische Prüfung der Anerkennungsfähigkeit möglichst vor Visumserteilung für das Kind zu erfolgen. Die endgültige Feststellung der Erziehungsfähigkeit erfolgt in Deutschland. Lebenspartnerschaften müssen mit der Ehe gleichgestellt werden, insbesondere im Steuerrecht, bei Adoptionen und im Beamtenrecht."
(Nachzulesen bei www.adoptionsinfo.de)
Freitag, 2. Oktober 2009
Mobil

Seit September sind wir endlich ein Velo-Team, Murkeline und ich. Erst gab's eine Probefahrt bei Freunden, dann haben wir uns selbst mit einem blau-gelben Fahrradhänger ausgestattet. Ein Zugewinn an Mobilität, der Bewegungsradius ist doch deutlich größer als beim Kinderwagenschieben. Der Goldene Herbst kann beginnen.
Mittwoch, 30. September 2009
BILD berichtet
Manchmal muss eben die BILD herhalten, zum Beispiel, wenn man eine breite Öffentlichkeit erreichen will. Ina war so mutig:
Hier geht's zum Artikel und zum Video mit Ina und Hannes.
Hier geht's zum Artikel und zum Video mit Ina und Hannes.
Montag, 21. September 2009
Nichts geht mehr
Wie abhängig man in der Zivilisation ist! In der Wohnung ist gerade Wasser, Strom und Gas abgestellt und die Heizung natürlich auch. Und nichts geht mehr: Tee kochen, Hände waschen, mehrmals die Toilette benutzen, geschweige denn Essen kochen oder Küche wischen.
Besonders schön, wenn's einen kalt erwischt: heute früh halb acht standen drei Knaben im Blaumann vor der Tür, ich starrte sie an, sie mich. Zwar war der Heizungsumbau seit langem geplant, irgendwann im Herbst, aber der tatsächliche Termin sollte zwei Wochen vorher mitgeteilt werden. Aber da ist wohl mal wieder was schief gelaufen, da war kein Zettel im Briefkasten. Und Murkeline, die schon wieder erkältet ist, hat mich die Nacht kaum schlafen lassen, früh um sieben kam sie endlich zur Ruhe und ich hatte mich gerade auf einen Morgenschlaf gefreut. Nichts da. Eine halbe Stunde zum Duschen und Kaffee kochen konnte ich den Jungs noch abhandeln, dann ging die Invasion der Männer mit schwerem Arbeitsgerät los.
Frau Katze weiß gar nicht mehr, wohin sie flüchten soll, überall wird geräumt und gebohrt und gepoltert, und dort, wo gerade nicht geräumt, gebohrt und gepoltert wird, schreit Murkeline, die beim Räumen, Bohren und Poltern nicht zum Schlafen kommt. Halb vier Uhr machen die Jungs Feierabend - und stehen morgen früh halb acht wieder auf der Matte. Und das die ganze Woche lang. Genau das, was man sich wünscht mit krankem Baby im Haus.
Besonders schön, wenn's einen kalt erwischt: heute früh halb acht standen drei Knaben im Blaumann vor der Tür, ich starrte sie an, sie mich. Zwar war der Heizungsumbau seit langem geplant, irgendwann im Herbst, aber der tatsächliche Termin sollte zwei Wochen vorher mitgeteilt werden. Aber da ist wohl mal wieder was schief gelaufen, da war kein Zettel im Briefkasten. Und Murkeline, die schon wieder erkältet ist, hat mich die Nacht kaum schlafen lassen, früh um sieben kam sie endlich zur Ruhe und ich hatte mich gerade auf einen Morgenschlaf gefreut. Nichts da. Eine halbe Stunde zum Duschen und Kaffee kochen konnte ich den Jungs noch abhandeln, dann ging die Invasion der Männer mit schwerem Arbeitsgerät los.
Frau Katze weiß gar nicht mehr, wohin sie flüchten soll, überall wird geräumt und gebohrt und gepoltert, und dort, wo gerade nicht geräumt, gebohrt und gepoltert wird, schreit Murkeline, die beim Räumen, Bohren und Poltern nicht zum Schlafen kommt. Halb vier Uhr machen die Jungs Feierabend - und stehen morgen früh halb acht wieder auf der Matte. Und das die ganze Woche lang. Genau das, was man sich wünscht mit krankem Baby im Haus.
Freitag, 18. September 2009
Kinder-TÜV U 4
Kind ist gemessen, gewogen, geimpft und vom Kinderarzt für wohlgeraten beurteilt worden. Hier die Zahlen und Fakten: 64 cm lang und 6,5 kg schwer.
Murkelines neuer Beiname ist Grinsebacke; sie lacht und lacht, dass es nur so eine Freude ist. Neuestes Hobby ist außerdem das Spucken: geschürzte Lippen und Spuckebläschen verteilen. Gut, dass ich reichlich Lätzchen und Halstücher für mein Speikind habe.
Murkelines neuer Beiname ist Grinsebacke; sie lacht und lacht, dass es nur so eine Freude ist. Neuestes Hobby ist außerdem das Spucken: geschürzte Lippen und Spuckebläschen verteilen. Gut, dass ich reichlich Lätzchen und Halstücher für mein Speikind habe.
Dienstag, 15. September 2009
Allein erziehend
Seit über 100 Tagen bin ich jeden Tag 24 Stunden mit Murkeline zusammen. In den letzten drei Tagen hatte ich zum ersten Mal eine Leihoma im Haus, die das Kind ausgefahren, Mittagessen gekocht und den Abwasch erledigt hat. Kleinigkeiten, die nicht wirklich Mühe machen, die aber, wenn sie einem dann doch mal abgenommen werden, eine riesige Erleichterung sind.
Neue Definition von Luxus:
Eine Stunde Fahradfahren.
Sich an den gedeckten Tisch setzen.
In eine aufgeräumte Küche kommen.
Das Kind nach dem Stillen nicht selbst herumtragen.
Als ich neulich bei einer Freundin mit Kleinkind zu Besuch war, ist mir sehr bewusst geworden, wie wenig diese Luxusmomente wahrgenommen werden. In der Familie kümmert sich die Frau immer um das Kind, der Mann sieht fern, sitzt vorm Computer oder geht zum Fußball, so dass die Frau sich zu Recht als eigentlich alleinerziehend betrachtet. Doch obwohl der Mann seinem Sohn noch nie die Windeln gewechselt hat und sich nicht wirklich kümmert, nimmt er das Kind doch mal hoch, wenn es quängelt, redet und spielt mit ihm. Und wenn das pro Tag nur eine halbe Stunde ist, es ist doch eine Erleichterung, die man wohl erst wahrnimmt, wenn man sie im Alltag überhaupt nicht hat.
Neue Definition von Luxus:
Eine Stunde Fahradfahren.
Sich an den gedeckten Tisch setzen.
In eine aufgeräumte Küche kommen.
Das Kind nach dem Stillen nicht selbst herumtragen.
Als ich neulich bei einer Freundin mit Kleinkind zu Besuch war, ist mir sehr bewusst geworden, wie wenig diese Luxusmomente wahrgenommen werden. In der Familie kümmert sich die Frau immer um das Kind, der Mann sieht fern, sitzt vorm Computer oder geht zum Fußball, so dass die Frau sich zu Recht als eigentlich alleinerziehend betrachtet. Doch obwohl der Mann seinem Sohn noch nie die Windeln gewechselt hat und sich nicht wirklich kümmert, nimmt er das Kind doch mal hoch, wenn es quängelt, redet und spielt mit ihm. Und wenn das pro Tag nur eine halbe Stunde ist, es ist doch eine Erleichterung, die man wohl erst wahrnimmt, wenn man sie im Alltag überhaupt nicht hat.
Freitag, 11. September 2009
Armes Häschen ist so krank
... dass es nicht mehr hüpfen kann. Murkeline hat ihren ersten Virusinfekt und quält sich mit Husten, Schnupfen und Durchfall. Und mich mit stundenlangem Schreien, und nichts und niemand kann sie beruhigen. Selbst im Schlaf stößt sie noch ein paar Schreie aus. Das wird ein langes Wochenende!
Heute Abend habe ich ihr in der Hoffnung, dass sie endlich mal zur Ruhe kommt, ein Paracetamol-Zäpfchen
gegeben. Schien aber so rein gar nicht gewirkt zu haben, das Kind schrie sich danach in Ekstase, statt schmerzfrei einzuschlummern.
Das war dann also das Ende der Baby-Immunität durchs Stillen. Wenn Murkeline nach mir kommt, werden wir jetzt sehr häufig solche Infekte haben. Bis jetzt habe ich mich zumindest noch nicht angesteckt (*auf Holz klopf), aber auch im gesunden Zustand ist ein krankes Baby was sehr Anstrengendes.
Heute Abend habe ich ihr in der Hoffnung, dass sie endlich mal zur Ruhe kommt, ein Paracetamol-Zäpfchen

gegeben. Schien aber so rein gar nicht gewirkt zu haben, das Kind schrie sich danach in Ekstase, statt schmerzfrei einzuschlummern.
Das war dann also das Ende der Baby-Immunität durchs Stillen. Wenn Murkeline nach mir kommt, werden wir jetzt sehr häufig solche Infekte haben. Bis jetzt habe ich mich zumindest noch nicht angesteckt (*auf Holz klopf), aber auch im gesunden Zustand ist ein krankes Baby was sehr Anstrengendes.
Donnerstag, 27. August 2009
Schreistunde
Hätt ich wohl nicht schreiben sollen, dass Ruhe eingekehrt ist, prompt war's nämlich vorbei mit der Ruhe. Murkeline ist wieder zu ihren regelmäßigen abendlichen Schreistunden zurückgekehrt, zu meinem Leidwesen. Nichts hilft, und Kind und ich sind jedes Mal fix und fertig. Das Kind außerdem heiser und ich halbtaub. Einzig die Katze hat inzwischen eine Art Trance erreicht, in der sie sich vom Babygebrüll nicht mehr in ihrer Ruhe stören lässt.
Dienstag, 25. August 2009
Oje sie wächst
Freunde der Ratgeberliteratur kennen das Werk "Oje ich wachse", und wahrscheinlich teilt sich die Menschheit in zwei sehr gegensätzliche Lager, was dieses Büchlein betrifft. Meine Lieblingsrezension heißt "Oje es regnet".
Murkeline hat jedenfalls gerade den 14.-Woche-Schub (falls es den bisher nicht gab, dann gibt es ihn ab jetzt): tagsüber möglichst aller zwei Stunden an die Brust, abends mörderisches Geschrei ... Ich hoffe, der "Schub" dauert nicht wieder ein paar Wochen an, da rebellieren meine Nerven.
Das sind die kleinen Alltagsmomente, in denen ein Nicht-Single sagen kann, "Sieh du doch mal eine Stunde nach dem Kind", während man selbst die Wohnung fluchtartig verlässt und tiiiief durchatmet.
So muss ich halt durchhalten, ohne kleine Fluchten zwischendurch. Zu sinnvollem Tagwerk komm ich aber nicht dabei, schwebe eher in einer Art Dauertrance durch den Tag in der viel zu heißen, viel zu stickigen Stadt.
Aber immerhin, bei meinen Nachbarn schreit das Besuchsbaby (6 Monate) immer noch, während hier im Nebenzimmer endlich Ruhe eingekehrt ist.
Murkeline hat jedenfalls gerade den 14.-Woche-Schub (falls es den bisher nicht gab, dann gibt es ihn ab jetzt): tagsüber möglichst aller zwei Stunden an die Brust, abends mörderisches Geschrei ... Ich hoffe, der "Schub" dauert nicht wieder ein paar Wochen an, da rebellieren meine Nerven.
Das sind die kleinen Alltagsmomente, in denen ein Nicht-Single sagen kann, "Sieh du doch mal eine Stunde nach dem Kind", während man selbst die Wohnung fluchtartig verlässt und tiiiief durchatmet.
So muss ich halt durchhalten, ohne kleine Fluchten zwischendurch. Zu sinnvollem Tagwerk komm ich aber nicht dabei, schwebe eher in einer Art Dauertrance durch den Tag in der viel zu heißen, viel zu stickigen Stadt.
Aber immerhin, bei meinen Nachbarn schreit das Besuchsbaby (6 Monate) immer noch, während hier im Nebenzimmer endlich Ruhe eingekehrt ist.
Sonntag, 23. August 2009
Drehrumbum
Und heute hat sich Murkeline zum ersten Mal zurück gedreht, also vom Rücken auf den Bauch - und hat sich selbst so gewundert darüber, dass sie vergessen hat zu meckern, wie sonst immer, wenn ich sie auf den Bauch lege, das mag sie nämlich nicht so wirklich.
Ihre sportliche Leistung hat sie so erschöpft, dass sie heute gleich mal Mittagsschlaf gemacht hat, auch nicht schlecht. Wenn ich die Mütter von Kleinkindern klagen höre, dass ihre Kinder sich den Mittagsschlaf abgewöhnen, dann frag ich mich immer, ob ich versuchen sollte, meinem Kind den Mittagsschlaf anzugewöhnen.
Aber noch bin ich ja in völliger Freiheit und muss nicht zu bestimmten Zeiten arbeiten gehen und fit sein, also lass ich ihr ihren Rhythmus, lass sie schlafen, wann und wie lange sie will, oder eben wach sein, sie schläft tagsüber kaum, nur bei Autofahrten. Ein wirklich regelmäßiger Rhythmus hat sich da noch nicht eingepegelt, muss auch nicht sein, da ich selbst auch eher fürs Unregelmäßige bin und nicht jeden Tag zur gleichen Zeit das Gleiche tun mag.
Ihre sportliche Leistung hat sie so erschöpft, dass sie heute gleich mal Mittagsschlaf gemacht hat, auch nicht schlecht. Wenn ich die Mütter von Kleinkindern klagen höre, dass ihre Kinder sich den Mittagsschlaf abgewöhnen, dann frag ich mich immer, ob ich versuchen sollte, meinem Kind den Mittagsschlaf anzugewöhnen.
Aber noch bin ich ja in völliger Freiheit und muss nicht zu bestimmten Zeiten arbeiten gehen und fit sein, also lass ich ihr ihren Rhythmus, lass sie schlafen, wann und wie lange sie will, oder eben wach sein, sie schläft tagsüber kaum, nur bei Autofahrten. Ein wirklich regelmäßiger Rhythmus hat sich da noch nicht eingepegelt, muss auch nicht sein, da ich selbst auch eher fürs Unregelmäßige bin und nicht jeden Tag zur gleichen Zeit das Gleiche tun mag.
Freitag, 21. August 2009
Sascha Lobo wär das nicht passiert
Wochenlange Funkstille, das führt die Idee eines Blogs ad absurdum, ich weiß. Aber wenn nun mal das Leben mit Murkeline viel interessanter ist als das Tippen auf der Tastatur?
Murkeline hat sich heute zum ersten Mal vom Bauch auf den Rücken gedreht! Solcherart sind die Höhepunkte des Lebens mit Baby. Und so einfach ist man als eh schon glückliche Mutter glücklich zu machen: Kind hat was Neues gelernt, Kind lächelt - zahnlos, verschmitzt ... mehr braucht es nicht zum Glück.
Murkeline hat sich heute zum ersten Mal vom Bauch auf den Rücken gedreht! Solcherart sind die Höhepunkte des Lebens mit Baby. Und so einfach ist man als eh schon glückliche Mutter glücklich zu machen: Kind hat was Neues gelernt, Kind lächelt - zahnlos, verschmitzt ... mehr braucht es nicht zum Glück.
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