Heute wird Murkeline acht Wochen alt, und aus dem süßen, zarten Neugeborenen ist schon ein richtiges Baby mit großem Kopf und Speckröllchen an Armen und Beinen geworden. Jeden Tag wandern einige Bodys in die "Zu-klein"-Kiste und bald wird wohl auch die Wiege zu eng werden für den Bewegungsdrang meiner großen Kleinen.
Acht Wochen Wochenbett waren eine ereignisreiche Zeit. Für uns Alte ist das Tempo, in dem sich die Kinderchen entwickeln, schon atemberaubend.
Phase eins war die Schreiphase: jeden Abend waren so etwa fünf Stunden Schreien angesagt, und ich fürchtete schon, mir da ein Schreikind heranzuzüchten. Die Schreiattacken gehen an die Substanz, vor allem, wenn man selbst noch (wie ich zu dem Zeitpunkt) alles andere als fit ist nach der Entbindung und der Brüterei. Man fühlt sich so hilflos, wenn es keinen erkennbaren Grund für die Schreierei gibt und demzufolge auch keine Gegenmittel (Zuwendung oder In-Ruhe-lassen, mehr stillen oder weniger stillen, öfter oder seltener windeln, wärmer oder dünner anziehen, fest einpucken und frei strampeln lassen, Stille oder Musik, herumtragen oder ins Bettchen legen, spielen, vorsingen, oder was ..?)
Zum Glück war die Schreiphase irgendwann vorbei, mit einem überlappenden Übergang in die Speiphase: komplette Stillmahlzeiten in hohem Bogen wieder ausgespieen, gerne auch mal eine Stunde nach der Mahlzeit, wenn man nicht mehr damit rechnet, und, schwupps, landet ein Schwall angesäuerte, halbverdaute Milch auf Teppich, Sofa, Bett und/oder in der Nähe befindlichen Personen. Auch eine schöne Beschäftigung: Kind und sich selbst komplett umziehen, Teppich / Sofa etc. schrubben, Klamotten und Bettwäsche waschen. Und überall präventiv Handtücher und Windeln als Speischutz auslegen - nur damit das Kind dann doch woanders hin spuckt ... Hebamme und Kinderarzt meinten lakonisch: "Speikind - Gedeihkind" und sie hatten mit dieser abgedroschenen Volksweisheit tatsächlich Recht. Murkeline wächst und gedeiht, dass es nur so eine Freude ist, und sie hat auch während ihrer Speiphase kräftig zugelegt. Bei der U 3 wog sie 4240 Gramm und war 56 cm groß, das waren in den fünf Wochen seit der Krankenhausentlassung 1100 Gramm und 5 cm mehr! Inzwischen wird sie wohl schon über fünf Kilo wiegen, und wenn ich sie nachts schlaftrunken zum "Bäuerchen" hochnehme, da wiegt sie gefühlte 20 Kilo.
Das Speien hat sich dann gegeben, jedenfalls das schwallartige, das viele Spucken ist geblieben. Ohne Lätzchen und mehrmals täglich nassgespuckte Klamotten wechseln geht's nicht.
Nach der Speiphase kam die Kackphase, nein, eigentlich war die parallel und dauert auch noch an: Murkeline nimmt keine Rücksicht auf das Fassungsvermögen herkömmlicher Windeln. Was sie so produziert, sprengt jede Dimension und durchdringt alle Schutzschichten: Windel, Überhose, Body, Strampler, Schlafsack, Unterlegwindel / Handtuch. Obwohl ich einen riesigen Vorrat an Babywäsche habe, musste die Waschmaschine jeden Tag rattern, und im Bad steht ständig eine Schüssel mit eingeweichten Sachen. Wenn dann noch, wie letztes Wochenende, Durchfall hinzukommt, ist garantiert keine Langeweile angesagt. Gut, dass ich mich nun doch für Vollzeitmutterschaft entschieden habe und nicht noch nebenher arbeite.
Dann gab es noch die Frierphase: in den ersten Wochen hatte Murkeline, obwohl "überreif" geboren, ihren Wärmehaushalt überhaupt noch nicht im Griff, so dass ich sie trotz sommerlicher Temperaturen immer ziemlich warm einmummeln musste mit mehreren Schichten, mit Pullover und Jacke und Decke. Ganz plötzlich kam dann irgendwann, so um die 6. Woche herum, der Übergang, und jetzt kann ich sie in Sommerkleidchen und kurzem Body herumkutschieren und muss noch schauen, dass sie nicht überhitzt ist.
Eine Vielschlafphase haben wir übersprungen: Murkeline hat von Anfang an recht wenig geschlafen. Anfangs war ihr da am Tag wohl langweilig (aber schlafen kam trotzdem nicht in die Tüte ...), jetzt ist es schon interessanter, auf der Spielwiese zu liegen und bunte Dinge anzustaunen oder auf der Kinderwippe in der Küche der Mama bei der Hausarbeit zuzusehen. Und vor allem zu strampeln und sich auf die Seite zu drehen und mit den Armen zu rudern, das macht müde, so dass mein Kind endlich auch tagsüber ab und an schläft und dadurch nicht mehr so knatschig ist.
Mittwoch, 15. Juli 2009
Freitag, 10. Juli 2009
Adoption und Öffentlichkeit
Einige Gedanken zum Adoptieren im Allgemeinen und zum Umgang mit Adoptionen in der Öffentlichkeit - von der Frau, deren geplante Adoption im vorigen Jahr gestoppt wurde. Stichwort Maulkorberlass. Deshalb keine Namen.
Im Vorfeld meiner Ado habe ich mich extrem damit auseinandergesetzt, was alle möglichen Leute über die Adoption sagen und habe das im Blog auch dargestellt und diskutiert.
Das wurde mir ja dann auch nachteilig ausgelegt von der Adoptionsvermittlungsagentur. ... Weil meiner Ansicht nach diese Adoptionsvermittlungsagentur - Adoption für eine geheime Sache hält, oder zumindest dem intimen Bereicht dermaßen zuordnet, dass man dann der Umgebung im Fall einer Adoption erläutern muß, dass "dies schwarze Kind" soeben vom Himmel gefallen ist..... es gibt keine "Anwärmphasen zum Thema" für die Umgebung - egal wie weit der Kreis zu ziehen ist. Und mein Kreis war weit und es war für mich eine wichtige Erfahrung, bei der ich viel lernen konnte über die Menschen und ihre Ansichten zu Kindern und Adoptivkindern im Besonderen.
Ein Mensch sagte doch z.B. glatt zu mir: "Kinder sind wie kleine Hunde, die gewöhnen sich doch....."
Jedenfalls finde ich es lobenswert, dass z.B. www.pfad-bayern.de etwas zur Öffentlichkeitsarbeit der Adoptionen und des Pflegekinderwesens macht - um das Thema bewußt zu befördern in der Öffentlichkeit, damit es letztendlich zu mehr Adoptionen und Pflegekinderaufnahmen führen möge, weil jedes Kind ein Reicht auf eine Familie haben sollte, weil dies ein Kind immer in der Regel optimaler fördern kann als alles andere. Und die Vorurteile gegen Adoptivkinder sind alle nur solange gut, bis man auf die "Gene" der Leute selbst zu sprechen kommt, die Vorurteile äußern - dann sind sie meist still, weil vor dem Unbekannten, Mystischen haben die Meisten Menschen Respekt ;-)
Als ich mein Anerkennungsjahr (Beruf Nr.2) im Kinderheim für sehr schwierige Kinder gemacht habe - wurde mir klar, dass es eine Welt draußen gibt und eine Welt drinnen - von Leuten jeweils, die sich mit Kinderproblemen beschäftigen oder auch nicht, die sich Probleme von Kindern vorstellen oder auch herleiten können oder auch nicht. z.B. ist für mich als Bibliothekarin klar, dass Kinderliteratur durchaus von Erwachsenen gelesen werden sollte, weil es Kommunikation mit und von Kindern ist.
Und mir wurde klar, dass Kinder nicht in ein Heim gehören. Aber das manche Kinder niemals von manchen Menschen differenziert wahrgenommen werden können, wenn sie einen solchen Sack von Problemen herumschleppen. Einfacher ist da, man sagt, die Eltern sind gestorben oder gibt sonstwelche einfachen Varianten nach außen.
Beim Mittagessen in der Kantine hörte ich heute von einem sehr sehr schwierigen Kind und dass die Mutter jetzt erst zu einer Beratung geht- zwei Jahre zu spät meiner Ansicht nach - da das größere Kind (5) von diesen zwei Kindern den kleinen Bruder seit dessen Geburt vor zwei Jahren quasi unermüdlich "foltert".
Das problematische (große) Kind der Familie kann man nicht anders, als ein "goldenes Kalb" bezeichnen, um das alle herumtanzen, da es das lang ersehnte Kind nach Totgeburten, Fehlgeburten quer durch die Frauen dieser Familie war...alle vergötterten dieses (einzige) Kind - und setzten ihm dem Anschein nach keine Grenzen - vor zwei Jahren kam also ein weiteres Kind und das pisackt dieser größere Junge nun unerläßlich und brutalst und weint die ganze Zeit dazu und sagt wörtlich: Mich liebt ja niemand.
Wenn man dann nach der Deutung fragt im Kollegenkreis, was der Zusammenhang sein könnte - fällt niemand was ein, außer mütterlichem Versagen, Genen, etc.
Was ich damit sagen will - Adoptivkindern werden Probleme gerne zugeschoben, aber dass sie in anderen Familien auch gerne mal scheinbar gottgegeben vorkommen, dort aber nicht an der Adoption liegen können - ist auch klar. Bei der Adoption liegt es immer nahe, an was ein Problem liegt. Die Deutung ist dann so einfach - einfacher geht es nicht - und genauso billig ist es dann auch. Und hilft auch nicht weiter. Kein Stück.
Daher merkt man, wie dumm das ganze Konstrukt Adoptivkind=Problem letztendlich ist.
Selbst von Fachkräften wird das manchmal so gesehen, dass die Adoption ganz schnell der Grund ist für alles. Von einer Psychotherapeutin wurde mir mal gesagt, dass Adoptivkinder ihrer Ansicht nach eher unter straffälligen Menschen vertreten sind als andere, was nach meiner Ansicht schon ein Bullshit sondergleichen darstellt.
Der Unterschied zwischen dem unbesorgten - westlichen Kinderzeugen- und Aufziehen und einer Adoption liegt in der Beschäftigung mit dem Thema: Bei einer Adoption reden mehr Menschen mit und ich brauche schon GUTE ARGUMENTE, auch gegen die Vorurteilsflut gegen Adoption, die ich mir bei einem biologischen Kind in der Regel sparen kann, weil man dies als "natürlichen Vorgang" betrachtet. (Dass die "unvorbereitete" Natürlichkeit, die in aller Regel bei Eltern nachweisslich zu großem Stress führt - sei dahingestellt. Bei Adoption wird in aller Regel vorbeitet oder angeregt, was dann zu einer mehr oder weniger guten Vorbereitung führen kann, allerdings nicht bei Adoptionsorgansiationen, die grundsätzlich ein Problem mit Informationen und Austausch ihrer Bewerber haben.)
GUTE ARGUMENTE in der Adoption sind Argumente, die genauso gut einer Familie mit biologischen Kindern zugute kämen, wenn sie sich diese Gedanken denn machen würden. Gute Arguemente, die Fachkräfte, die mit Kindern umgehen - dringend brauchen, um Kindern - wie dem oben geschilderten Kind - helfen zu können.
Die Öffentlichkeitsarbeit ( ....von den Adoptiveltern selbst, den besonders verschwiegenen Adoptionsorgas, den Verbänden, den Fachkräften ?) zum Thema Adoption ist schauderhaft, ja sogar von Günter Jauch selbst, der es doch eigentlich besser wissen könnte.....aber wohl nicht wirklich kann. Hat er keine Freunde oder Bücher?
Wir merken alle an den Themen, die dämlich und dreist im TV vorkommen - selten durchdacht geschildert sind - und man merkt es auch an Vorurteilen, die alle ausnahmslos hören dürfen, die adoptieren - im Vorfeld der Adoption und gerne auch danach - wie kurzhirnig das Ganze immer wieder aufgenommen wird.
(Man beachte dazu die Historie der kürzeren Zeit zu Adoption, etwa in Zeiten der Soldatenkinder im zweiten Weltkrieg - da wundert es dann nicht, dass keine neuen Ansichten tradiert wurden, viel schief ging in diesen Adoptionen und immer noch schief geht.....weil das Leiden der Leute andauert.)
Und ich wage zu behaupten, dass ganz viele potentielle Eltern nicht so abgeschreckt wären, wenn es mehr differenzierte Adoptiveltern und Organisationen gäbe mit einer positiven Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Adoption. So geheim mag ich es persönlich dann wieder nicht bei einem so dringlichen Thema.
Mein Ziel mit meinem Blog war es - viel mehr Leute auf die für mich immer noch - überaus gute Idee der Adoption - zu verlocken. Dazu mußte ich mich aber auseinandersetzen, mit den Sprüchen, die da kamen.
Und mußte es persönlich und offen tun, denn ganz allgemein war da niemand anders, dem ich es hätte so gut nachfühlen können.
In meinem Bekanntenkreis finden sich z.B. eine 43jährige Witwe - etliche Singeles, die immerzu ihre Fingernägel auffüllen lassen (wenn man das mal zusammenrechnet, das reicht doch fast für eine Adoption, oder?) - Männer, die sich gut und gerne um ein Kind kümmern können - mit Frau oder ohne....und einige Teilfamilien, die sich wiederum mit Singles zusammentun oder versprengte Patchwork-Konstrukte, die mittlerweile älter sind und reifer und durchaus in der Lage wären.....
Und allen diesen verschiedenen Leuten wollte ich eine Vorstellung davon geben, dass es für ein Kind besser sein könnte, adoptiert zu werden - mit persönlichem Engagement - als in einem Heim in einem armen Landstrich zu verschimmeln - und diese Menschen wollte ich lediglich anregen, mal darüber nachzudenken, was denn ihr Beitrag für die Menschheit ist und ihnen die Angst auch vor Adoption zu nehmen, indem man die Probleme Adoptierter lösbar nach außen darstellt. Dazu bedarf es aber oft des Eintauchens in Ecken der Pädagogik, die sich viele Menschen sparen, weil lesen - haaaaaaaaaaaaaaaaach ist das anstrengend, oder?
Mein Eindruck ist aber immer mehr - dass es eine Hab-Ich-Mentaliät von Adoptiveltern gibt.
Sie haben ihr Kind adoptiert und dann ist das Thema erledigt, bis es sie - nach Aussage von Frau Traudl Junge von PFAD Bayern - in der Pubertät ihres Adoptivkindes kalt erwischt. Und sie dann die Themen bearbeiten müssen, die bei Pflegekindern eher und dauernd auf dem Tapet sind.
Ich würde mir mehr positive Öffentlichkeitsarbeit (von wem auch immer, aber am ehesten von Adoptionsorganisationen selbst, weil es für sie auch finanziell wichtig ist, da wäre es nur billig.....) für Adoptivkinder wünschen - damit mehr adoptiert werden können und es nicht mehr nur bei einer kleinen - meist auch finanziellen oder intelektuellen Elite bleibt - zu adoptieren. Man kann sehr viel lernen bei einer Adoption - erfreuliches, manchmal magisches - man lernt hilfreiches und auch mitunter ganz unerfreuliches - aber man lernt wohl tendenziell mehr als biologische Eltern. Das ist ein großer Gewinn für die ganze Gesellschaft ;-)
Donnerstag, 11. Juni 2009
Werbung, die hält, was sie verspricht
Happy Baby: Musik, die dem neuen Menschlein gefällt und die Eltern nicht nervt, auch beim x-ten Abspielen, das gibt es wirklich: Die CD mit dem Spieluhrenorchester
Mittwoch, 27. Mai 2009
Abgenabelt
Seit gestern ist meine Tochter endgültig eine eigenständige Persönlichkeit. Das letzte Stück Nabelschnur ist vertrocknet und abgefallen, und nur noch der Nabel erinnert an die Verbindung zwischen uns.
Kaum ist ein Kind auf der Welt, beginnt das Loslassen.
Und ich bin nach wie vor so was von glücklich, dieses Menschlein auf seinem Lebensweg begleiten zu dürfen.
Kaum ist ein Kind auf der Welt, beginnt das Loslassen.
Und ich bin nach wie vor so was von glücklich, dieses Menschlein auf seinem Lebensweg begleiten zu dürfen.
Montag, 25. Mai 2009
Hurra!
Seit Mittwoch ist mein Töchterchen auf dieser Welt: 51 Zentimeter groß, 3460 Gramm schwer, und seit gestern Nachmittag sind wir beide endlich zu Hause.
Keine Zeit zum Schreiben, ich muss ja die Kleine verliebt anschauen - wenn ich sie nicht sowieso gerade stille, wickle oder vom Schreien abzuhalten versuche.
Keine Zeit zum Schreiben, ich muss ja die Kleine verliebt anschauen - wenn ich sie nicht sowieso gerade stille, wickle oder vom Schreien abzuhalten versuche.
Dienstag, 19. Mai 2009
Countdown: Plus vier Tage
Und tschüs. Für morgen früh 8.00 Uhr bin ich einbestellt und die Geburt wird eingeleitet. Keinen einzigen Tag konnte ich noch raushandeln, leider.
Montag, 18. Mai 2009
Countdown: Plus drei Tage
Ich könnte das Täschchen fürs Krankenhaus ja noch mal umpacken... Oder noch ein paar Lieder auf den MP-Player laden, im Krankenhaus gibt's ja keine Lieblings-DVD-Serie für die langen schlaflosen Nächte.
Sonntag, 17. Mai 2009
Countdown: Plus zwei Tage
Wieder sportliche 10 Punkte für Murkelines CTG!
Das Fruchtwasser reicht noch für etwa zwei Tage, meinte der Krankenhaus-Doc, davon abgesehen sieht noch alles fein aus. Ansonsten ist Murkeline immer noch fest eingetütet bei mir und es ruckt und zuckt sich nichts. Also werden wohl spätestens Mittwoch die Späße mit der Einleitung losgehen. "Großzügige Einleitungsindikation bei belasteter Anamnese" und "Einleitung derzeit noch nicht gewünscht", steht jetzt in meinen Papieren. Die hätten mich auch gleich da behalten, wenn ich "Los" gesagt hätte, war gerade nichts los im Kreißsaal ...
Das Fruchtwasser reicht noch für etwa zwei Tage, meinte der Krankenhaus-Doc, davon abgesehen sieht noch alles fein aus. Ansonsten ist Murkeline immer noch fest eingetütet bei mir und es ruckt und zuckt sich nichts. Also werden wohl spätestens Mittwoch die Späße mit der Einleitung losgehen. "Großzügige Einleitungsindikation bei belasteter Anamnese" und "Einleitung derzeit noch nicht gewünscht", steht jetzt in meinen Papieren. Die hätten mich auch gleich da behalten, wenn ich "Los" gesagt hätte, war gerade nichts los im Kreißsaal ...
Samstag, 16. Mai 2009
Countdown: Plus ein Tag
Es gab unzählige Szenarien in meiner blühenden Phantasie, was nicht alles sein und passieren und schief gehen könnte in dieser Schwangerschaft. Alles war denkbar, nur die Möglichkeit, dass ich übertragen könnte, kam nicht vor.
Und genau da wären wir nun gelandet. 41. Schwangerschaftswoche, unglaublich.
Und genau da wären wir nun gelandet. 41. Schwangerschaftswoche, unglaublich.
Freitag, 15. Mai 2009
Countdown: Tag 0
Die Frist ist um, und alles ist beim Alten: CTG in Ordnung, keinerlei Wehen, Blasensprünge oder andere Vorboten.
Ich bin weiterhin gelassen, allerdings wird meine Gynäkologin langsam unruhig: "Bei Ihrer Vorgeschichte ...!" Ja, gerade auch wegen meiner Vorgeschichte hätte ich's diesmal doch gern normal und unspektakulär, ohne Wehentropf und tagelange Experimente im Kreißsaal.
Noch turnt Murkeline fleißig, und die Plazenta sieht im Ultraschall auch noch nicht verkalkt aus, also wird sie wohl noch was zu futtern kriegen da drin.
Grundaussage aller Anrufe heute: "Dir ist schon klar, dass heute der 15. ist?" - Ja, aber der Kleinen wohl nicht. Kinder machen eh, was sie wollen.
Ich bin weiterhin gelassen, allerdings wird meine Gynäkologin langsam unruhig: "Bei Ihrer Vorgeschichte ...!" Ja, gerade auch wegen meiner Vorgeschichte hätte ich's diesmal doch gern normal und unspektakulär, ohne Wehentropf und tagelange Experimente im Kreißsaal.
Noch turnt Murkeline fleißig, und die Plazenta sieht im Ultraschall auch noch nicht verkalkt aus, also wird sie wohl noch was zu futtern kriegen da drin.
Grundaussage aller Anrufe heute: "Dir ist schon klar, dass heute der 15. ist?" - Ja, aber der Kleinen wohl nicht. Kinder machen eh, was sie wollen.
Donnerstag, 14. Mai 2009
Countdown: Noch ein Tag
Einmal werden wir noch wach ... ;-)
Ein Neugeborenes ist nun mal nicht der Weihnachtsmann und hält sich nicht strikt an den Kalender.
Kinder kriegen passt eigentlich überhaupt nicht zu den Werten, die in unserer Zivilisation üblich sind. Zuverlässigkeit? Planungssicherheit? Alltag strukturieren? Unmöglich. Klar kann ich mir fürs Wochenende was vornehmen, mich verabreden. Aber ob ich mich dran halten werden kann, weiß ich nicht. Pläne machen? Sinnlos. Gepflegte Erscheinung? Tja, wenn mich der Blasensprung in der U-Bahn, im Museum oder Kino ereilt, dann steh ich auch nur da wie der nächstbeste Penner mit zuviel Bierresten in der Blase. Phoebe, you're leaking - ich kann nur hoffen, dass ich, wie Phoebe, in der Wohnung - oder im Krankenhaus - auslaufe.
Aber noch tut sich nichts. Doch, die Post hat heute den Fotoapparat gebracht, so dass Murkeline dann gleich geknipst werden kann. Wenn sie sich denn mal entschließt, die Welten zu wechseln.
Ein Neugeborenes ist nun mal nicht der Weihnachtsmann und hält sich nicht strikt an den Kalender.
Kinder kriegen passt eigentlich überhaupt nicht zu den Werten, die in unserer Zivilisation üblich sind. Zuverlässigkeit? Planungssicherheit? Alltag strukturieren? Unmöglich. Klar kann ich mir fürs Wochenende was vornehmen, mich verabreden. Aber ob ich mich dran halten werden kann, weiß ich nicht. Pläne machen? Sinnlos. Gepflegte Erscheinung? Tja, wenn mich der Blasensprung in der U-Bahn, im Museum oder Kino ereilt, dann steh ich auch nur da wie der nächstbeste Penner mit zuviel Bierresten in der Blase. Phoebe, you're leaking - ich kann nur hoffen, dass ich, wie Phoebe, in der Wohnung - oder im Krankenhaus - auslaufe.
Aber noch tut sich nichts. Doch, die Post hat heute den Fotoapparat gebracht, so dass Murkeline dann gleich geknipst werden kann. Wenn sie sich denn mal entschließt, die Welten zu wechseln.
Dienstag, 12. Mai 2009
Montag, 11. Mai 2009
Sonntag, 10. Mai 2009
Countdown: Noch fünf Tage
Die Anrufe häufen sich: "Was, du bist noch zu Hause?"
Ja, bin ich. Beziehungsweise unterwegs, gestern zum Abschlusskolloquium vom Aufbaustudium, heute im Grünen. Und alle sind nett zu so sichtbar Hochschwangeren.
Ja, bin ich. Beziehungsweise unterwegs, gestern zum Abschlusskolloquium vom Aufbaustudium, heute im Grünen. Und alle sind nett zu so sichtbar Hochschwangeren.
Freitag, 8. Mai 2009
Donnerstag, 7. Mai 2009
Countdown: Noch acht Tage
Murkeline hat wieder volle Punktzahl für ihr CTG eingeheimst. Auf diesen Lorbeeren ruht sie sich nun aus.
Und ich habe inzwischen die 20-Kilo-Marke geknackt. Worauf ich weniger stolz bin, denn mehr als 7 kg davon werden nach der Geburt wohl nicht spontan verschwinden.
Und ich habe inzwischen die 20-Kilo-Marke geknackt. Worauf ich weniger stolz bin, denn mehr als 7 kg davon werden nach der Geburt wohl nicht spontan verschwinden.
Mittwoch, 6. Mai 2009
Countdown: Noch neunTage
Heparin ist meine neue Lieblingsdroge! Das Zeug hat doch tatsächlich das Blut in meinen Beckenvenen wieder zum Strömen gebracht, mit der Konsequenz, dass ich wieder sitzen kann, ohne dass diese Kreissäge meine Beine absägen will, und dass ich wieder schlafen kann, ohne jede Stunde vor Schmerz aufzuwachen, der sich nur durch Umherlaufen (venösen Rückstrom ankurbeln ...) besänftigen lässt. Sechs Stunden Schlaf am Stück bringen eine solche Lebensqualität, Wahnsinn! Was sind dagegen die paar Minuten Schmerz beim Spritzen und die dauernden Blutkontrollen...
Nun darf sich Murkeline ruhig noch ein paar Tage Zeit lassen, ich dränge sie nicht mehr. Soll sie sich ordentlich vorbereiten, damit's dann zügig geht, denn Schmerzbekämpfung via PDA geht unter Heparinisierung natürlich nicht mehr.
Nun darf sich Murkeline ruhig noch ein paar Tage Zeit lassen, ich dränge sie nicht mehr. Soll sie sich ordentlich vorbereiten, damit's dann zügig geht, denn Schmerzbekämpfung via PDA geht unter Heparinisierung natürlich nicht mehr.
Dienstag, 5. Mai 2009
Countdown: Noch zehn Tage
Habe heute endlich die Formalitäten der Kreißsaalanmeldung erledigt. Und mir meinen Stempel als Superrisikopatientin - wegen Thrombosegefahr, siehe Familienanamnese - geholt. Drei Anästhesisten standen aufgeregt um mich herum, und zwei Professoren der Gerinnungsambulanz haben sich lange mit mir beschäftigt.
Ab heute geht es endlich wieder los mit dem täglichen Spritzen, mir hat doch glatt was gefehlt ;-) Und morgen gibt's maßgefertigte Thrombosestrümpfe.
Ab heute geht es endlich wieder los mit dem täglichen Spritzen, mir hat doch glatt was gefehlt ;-) Und morgen gibt's maßgefertigte Thrombosestrümpfe.
Montag, 4. Mai 2009
Countdown: Noch elf Tage
D. hat mich verpflichtet, mich jetzt mindestens aller drei Tage zu melden. Also: es tut sich noch nichts.
Laut Hebamme wiegt Murkeline deutlich mehr als das Computerprogramm der Gynäkologin berechnet hat: 3500 bis 3700 Gramm. Ich vertrau der Erfahrung der Hebamme mehr. Und im Verhältnis zum Bauchumfang wirkt diese Schätzung auch realistischer.
Laut Hebamme wiegt Murkeline deutlich mehr als das Computerprogramm der Gynäkologin berechnet hat: 3500 bis 3700 Gramm. Ich vertrau der Erfahrung der Hebamme mehr. Und im Verhältnis zum Bauchumfang wirkt diese Schätzung auch realistischer.
Mittwoch, 29. April 2009
Die kleine Sternenguckerin
... fühlt sich immer noch bestens aufgehoben bei mir, in mir. Von mir aus darf sie gern in den nächsten Tagen aus dem Hotel Uterus ausziehen, aber noch sieht sie das anders. Beim Arzt hat sie gestern wieder ein "Bilderbuch-CTG" (Zitat Gyn) hingelegt, ansonsten findet sie es am besten, wenn ich in der warmen Wanne liege, da zeigt sie jedesmal Akrobatik vom Feinsten.
Ich bin weniger akrobatisch drauf, eigentlich geht nur Laufen noch schmerzfrei, beim Liegen und vor allem beim Sitzen haut's mich fast weg, weil die Beckenvenen eingedrückt werden. In der Königsdisziplin Wohnungswanderungsmarathon hab ich ausgezeichnete Gold-Chancen.
Und mein Laptop steht inzwischen auf einem improvisiertem Stehpult, damit mehr als 5 Minuten Internet am Stück mal möglich werden.
Früher hat der Storch die Kinder gebracht, das waren noch Zeiten!
Ich bin weniger akrobatisch drauf, eigentlich geht nur Laufen noch schmerzfrei, beim Liegen und vor allem beim Sitzen haut's mich fast weg, weil die Beckenvenen eingedrückt werden. In der Königsdisziplin Wohnungswanderungsmarathon hab ich ausgezeichnete Gold-Chancen.
Und mein Laptop steht inzwischen auf einem improvisiertem Stehpult, damit mehr als 5 Minuten Internet am Stück mal möglich werden.
Früher hat der Storch die Kinder gebracht, das waren noch Zeiten!
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