Sonntag, 29. März 2009

Was für ein Männerbild haben SFMKs?

Was treibt SFMKs so um? Diese Fragen kommen regelmäßig, im Gespräch, wenn es um Samenspenderkinder geht, oder vor ein paar Tagen mal wieder per Mail an das Internetforum SFMK. Die Abkürzung steht für Singlefrauen mit Kinderwunsch bzw. für Singlefrauen mit Kind, in Analogie zu den US-amerikanischen SMCs (Single Mothers by Choice).

Ja, und warum nun unbedingt ein Kind und kein Partner? Muss das wirklich sein? Was treibt eine typische SFMK so um?

Es gibt keine typische SFMK.

Zu den SFMKs gehören Frauen von Anfang 20 bis Mitte 40, Frauen mit und ohne Berufsausbildung, Studentinnen, Verkäuferinnen, Lehrerinnen, Akademikerinnen, Selbstständige, Angestellte, Beamte und Arbeitslose. Zu den SFMKs gehören Frauen, die auf Sozialleistungen angewiesen sind, und Frauen, die Immobilien und Vermögen besitzen (und alle denkbaren Zwischenstufen). Zu den SFMKs gehören Frauen, die ganz offen mit ihrem Kinderwunsch bzw. der Art, wie ihr Kind entstanden ist, umgehen, und Frauen, die sich bestenfalls ein, zwei Vertrauenspersonen öffnen, weil sie private oder berufliche Probleme befürchten.

Wie sind nun all diese Frauen auf die Idee gekommen, ein Kind zu wollen, aber keinen Partner?

Die Frage ist an sich falsch gestellt, denn die meisten dieser Frauen hätten sehr gern einen Partner. Aber sie haben keinen gefunden, der auch Kinder möchte. Und so stehen sie irgendwann im Leben vor der Entscheidung, ob sie völlig auf Kinder verzichten möchten, oder ob sie statt dessen die Umsetzung des Kinderwunsches selbst in die Hand nehmen – und darauf hoffen, dass Mr. Right, wenn er denn in zehn Jahren mal auftaucht, auch das Kind lieben wird.
Viele SFMKs sind älter als Mitte Dreißig. Die biologische Uhr tickt von Jahr zu Jahr lauter, und die Frauen können das nicht mehr überhören. Die meisten brauchen Jahre für ihre Entscheidung. Eine Entscheidung, die weh tut, wie auch immer sie ausfällt.
Trennt frau sich vom Partner, der seit Jahren sagt „Kinder? Naja, vielleicht später mal, Schatz.“? Begreift frau, dass dieser Mann damit meint: „Kinder? Nein.“ oder, noch verletzender: „Kinder? Nicht mit dir!“ Gibt frau ihre Liebe zu diesem Mann auf, um noch auf den Kinderwunschzug aufspringen zu können?
Eine schwierige Entscheidung. Manche versuchen zweigleisig zu fahren: die Beziehung zu retten und gleichzeitig nach einer Möglichkeit zu suchen, zum Kind zu kommen. Das geht selten gut. Manchmal funktioniert es aber.
Andere SFMKs hatten mehrere längere Beziehungen und stellen dann als Mal-Wieder-Single von Mitte Dreißig fest, dass es schwieriger wird auf dem Markt. Die gleichaltrigen Männer sind vergeben – oder bevorzugen jüngere Frauen. Nicht alle, natürlich. Trotzdem quillt der Singlemarkt über von fitten, attraktiven Frauen in diesem Alter. Singlebörsen profitieren davon. Und wenn frau nach zwei Jahren Singlebörsensuche und zahllosen Dates zwar viele nette Männer kennen gelernt hat, aber keiner von denen willens war, in absehbarer Zeit eine Familie zu gründen, dann steht sie auch vor der Entscheidung, ob sie in diesem Leben auf Kinder verzichten kann.
Es gibt auch SFMKs, die tatsächlich nicht unbedingt einen Partner möchten, aus den verschiedensten Gründen, meist sehr persönlichen. Das sind wenige. Aber auch sie verspüren den Wunsch, Mutter zu sein, Leben weiter zu geben, ihr Leben mit Kindern zu teilen. Und sie haben das gleiche Recht dazu wie jeder andere Mensch auch.

Und: Es gibt doch etwas Typisches für alle SFMKs, so verschieden sie auch sein mögen:
Jede dieser Frauen hat sich sehr genau überlegt, ob sie diesen Weg so gehen möchte. Ob sie sich dazu in der Lage fühlt, psychisch, emotional, aber auch finanziell und lebenspraktisch. Sie hat sich Gedanken gemacht, wie ihr Kind mit der Situation umgehen wird. Sie hat sich mit den gängigen Vorwürfen auseinander gesetzt: Bin ich egoistisch? Bin ich männerverachtend?

Von den Frauen, die ich kenne, die sich für den Weg als SFMK entschieden haben, hat es keine bereut. Egal, wie dornig der Weg war, sie halten die Entscheidung für ein Kind für die beste in ihrem Leben.
Und wenn die Kinder der SFMKs von Anfang an auf ihrem Lebensweg spüren, dass sie absolute Wunschkinder mit starken Müttern sind, dann haben sie schon einmal eine deutlich bessere Startposition als viele andere Kinder auf diesem Planeten.

1 Kommentar:

Obeline hat gesagt…

Hallo Acoma,
fand deine Beschreibung von uns SFMK´s perfekt. Vielen Dank!