Nicht nur, dass ich noch zur Generation X gehöre, auch die Sandwich-Generation hat mich in ihre Reihen aufgenommen. Wikipedia behauptet zwar, das der Fall gleichzeitiger Pflege der Eltern und Pflege der eigenen Kinder „empirisch selten auftritt und … noch seltener in Kombination mit eigener Erwerbstätigkeit“, aber ich gehör ja gern zu den seltenen Fällen ;-)
Noch bin ich also am mühsamen Brüten, kümmere mich allein um Alltag, Haushalt und Lebensunterhalt, da bricht meine 80-jährige Mutter auf der Straße zusammen und findet sich auf der Intensivstation wieder. Natürlich wohnt sie allein, natürlich in einer anderen Stadt, natürlich wusste sie meine Telefonnummer nicht auswendig, so dass mich erst anderthalb Tage später hilfreiche Angehörige der Bettnachbarin mit Hilfe des Internets ausfindig machen konnten, um mir Bescheid zu geben.
Autobahn statt Couch, Arztgespräch, Krankenhausbedarf von Shampoo bis Hörbuch besorgen, Grundpflege machen, Briefkasten und Wohnung checken, Organisation des "danach".
Diesmal hat sie’s, O-Ton behandelnder Arzt: „erstaunlich gut“ überstanden, aber es wird ein nächstes Mal geben. Und natürlich will sie keinen Pflegedienst bei sich in der Wohnung haben.
Und ich kann im Moment gar nichts Tatkräftiges machen, Risikobrüterinnen dürfen das nicht. Das ist eines der belastendsten Dinge beim Brüten, von den Wehwehchen und den Sorgen, ob alles gut wird, mal abgesehen: die Hilflosigkeit, nichts unternehmen zu können oder zu dürfen, die Notwendigkeit, alles liegen lassen zu müssen.
Freitag, 6. Februar 2009
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen