Wie lange geht eigentlich die Olympiade? In den Online-Nachrichten steht auch immer „Beijing, Tag 19“ … Wäre ja nicht schlecht, wenn der letzte Tag des IVF-Zyklus mit dem feierlichen Olympiaden-Abschluss zusammen fiele. Rekorde haben wir beide zu vermelden. Aus den Achtlingen, die sich im letzten Ultraschall geoutet hatten, waren bis Freitag ganze 14 Follikel geworden. Ich kann mir lebhaft vorstellen, was das für ein Gedrängel und Gerangel war, und mir ist völlig schleierhaft, wie die alle Platz in zwei Ovarien hatten. Rein rechnerisch geht das nicht: ein Ovar ist etwa 2 cm x 3 cm x 1 cm groß, und ein reifer Follikel hat einen Durchmesser von etwa 2 cm.
Wie auch immer, der Operateur behauptet, er hätte 14 Eizellen gepflückt. Ich muss ihm glauben, denn ich war ja komplett ausgeknockt durch die Vollnarkose. Die Narkose habe ich erstaunlicherweise sehr gut vertragen: Gerade noch nett geplaudert mit der Anästhesistin – und weg war ich. Nach dem Aufwachen fühlte sich erst mal alles gut an, dieses unangenehme Druckgefühl war endlich weg. Leider zieht und zwackt es inzwischen schon wieder recht, wenn ich größere Anstrengungen unternehme als den Weg zwischen Couch und Balkon zu überwinden. Ich versuche, nicht in Hypochondrie zu verfallen („was, wenn es doch noch ein Überstimulationssyndrom wird …“), sondern trinke brav und viel Tee und warte auf bessere Zeiten.
Und hoffe vor allem, dass im Brutschrank eine heiße Party tobt, dass meine 14 mit den 14 von Mister X so was von anbandeln, dass die Liaison ein ganzes Menschenleben lang dauert. Hoffentlich hat KiWu-Doktor mit den sozialen Defiziten entsprechend mehr Laborfähigkeiten und hat die richtigen Spermien ausgewählt.
Morgen erfahre ich, wie viele es bis zum dritten Tag geschafft haben. Und zwei von den Erfolgreichen lass ich mir einsetzen, die restlichen werden eingefroren.
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